Fertigstellung des umstrittenen Reaktors bis Ende 2006 geplant
Chef der Atomenergie-Organisation will Iran-Gespräche wiederaufnehmen

Der Generaldirektor der Internationalen Atomenergie-Organisation (IAEO), Mohammed el Baradei, hat sich für eine Fortsetzung der Gespräche mit Iran eingesetzt.

HB MOSKAU/TEHERAN. „Ich rufe alle Seiten dazu auf, sich wieder an den Verhandlungstisch zu setzen“, sagte El Baradei am Mittwoch in der russischen Hauptstadt Moskau. Russland komme als zukünftigem Vorsitzenden der G-8-Industriestaaten in den Verhandlungen eine Schlüsselrolle zu.

Wenn ein Land wie Russland, das in Iran ein Atomkraftwerk baut, die Initiative übernehme, könnten in nächster Zeit die Gespräche wieder aufgenommen werden, betonte El Baradei. Die neue Führung in Teheran hatte die Verhandlungen mit dem EU-Trio Deutschland, Frankreich und Großbritannien über eine dauerhafte Beendigung der iranischen Programms zur Urananreicherung ausgesetzt. Zur Begründung hieß es, die Gespräche seien erfolglos verlaufen und man sehe sich nun nach anderen Partnern wie Russland oder China um. Die Forderung der USA nach einem härteren Vorgehen gegen Iran und einem weltweiten Stopp der atomaren Zusammenarbeit mit dem Land traf in Russland auf Ablehnung. „Wenn man den Dialog einstellt, wird man den Konflikt in Zukunft nicht mehr mit diplomatischen Mitteln lösen können“, sagte der Leiter der russischen Atomenergiebehörde Rosatom, Alexander Rumjanzew, in Moskau. Ungeachtet amerikanischer Proteste arbeiten russische Unternehmen an der Fertigstellung eines Reaktorblocks im iranischen Atomkraftwerk Buschehr. Der Meiler soll Ende 2006 ans Netz gehen.

Der iranische Präsident Mahmud Ahmadinedschad erklärte indes, sein Land habe bereits neue europäische Verhandlungspartner gefunden. Mehrere Länder hätten diesbezüglich in Teheran angefragt, sagte er dem staatlichen iranischen Fernsehsender ohne Namen zu nennen. Iran hat stets betont, sein Atomprogramm diene ausschließlich friedlichen Zwecken. Der Westen, insbesondere die USA, befürchten jedoch, dass Iran heimlich am Bau der Bombe arbeitet.

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