Festgenommene vom Sonntag wieder auf freiem Fuß
Weitere Festnahmen nach Anschlägen in Istanbul

Zwei Tage nach den Autobombenanschlägen auf zwei Synagogen in Istanbul sind erneut Verdächtige festgenommen worden. Nähere Angaben dazu machte der Gouverneur von Istanbul, Muammer Güler, am Montag jedoch vorerst nicht.

HB ISTANBUL. Die Ermittler hielten „wichtige Fakten“ in den Händen, sagte Güler. „Wir haben detaillierte Hinweise, denen wir nachgehen, wir haben unser Archiv und internationale Einrichtungen, mit denen wir zusammenarbeiten“, sagte der Gouverneur. Vier zuvor Festgenommene waren am Sonntag wieder freigelassen worden. Ihnen hatte keine Verbindung zu den Attentätern nachgewiesen werden können.

Mit Vorsicht hat die türkische Regierung auf ein angebliches Bekennerschreiben des Terrornetzwerks El Kaida reagiert. Es müsse sich erst noch zeigen, inwieweit das Schreiben echt sei, sagte Regierungschef Recep Tayyip Erdogan am Montag. Dies herauszufinden sei Aufgabe der Sicherheitskräfte und der Nachrichtendienste. In einem Telefongespräch mit US-Präsident George W. Bush sagte Erdogan, dass die Türkei alles tun werde, um die für den Anschlag verantwortlichen Terroristen zu fassen und vor Gericht zu bringen.

Die 23 Opfer der beiden Anschläge wurden mittlerweile alle zur Bestattung freigegeben. Im gerichtsmedizinischen Institut befänden sich nur noch Leichenteile, die von den beiden Selbstmordattentätern stammen könnten, meldete die türkische Nachrichtenagentur Anadolu. Bei den verheerenden Anschlägen am Samstagmorgen waren außerdem 300 Menschen verletzt worden.

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