Festnahme von Fundamentalisten
Paris war angeblich Anschlagsziel

Nach unbestätigten Angaben haben die am Montag in Frankreich festgenommenen muslimischen Fundamentalisten angeblich Anschläge auf die Pariser U-Bahn, einen Pariser Flughafen und die Zentrale des Geheimdienstes DST geplant.

HB PARIS. Ein ausländischer Polizeidienst habe den französischen Ermittlern den Tipp gegeben, verlautete aus Sicherheitskreisen am Dienstag in Paris. Einige Mitglieder der Gruppe Ansar el-Fath um den Extremisten Safé Bourada würden sich im Umgang mit Sprengstoff auskennen.

Der Zeitung „Le Parisien“ zufolge kam der Tipp für die Festnahmen vom algerischen Geheimdienst. Ein in Algerien verhafteter Verbindungsmann der Gruppe zur algerischen Terrororganisation GSPC habe die Anschlagspläne gestanden, zunächst ohne Einzelheiten zu nennen. Bei ihrer Razzia beschlagnahmten die französischen Fahnder zwar Computer, Geld und Dokumente, fanden aber zunächst keine Pläne für konkrete Attentate.

Am Abend wurde aus französischen Geheimdienstkreisen bekannt, dass die GSPC Mitte September Frankreich in einem Kommuniqué mit Drohungen als „Feind Nummer eins“ bezeichnet haben soll, „den Feind unserer Religion, den Feind unserer Gemeinschaft“.

Bourada und acht andere mutmaßliche Anhänger der GSPC (Salafistische Gruppe für Predigt und Kampf) waren am Dienstag bei Paris und in der Normandie festgenommen worden. Sieben der Festgenommenen sollen die Organisation Ansar al-Fath gegründet haben.

Innenminister Nicolas Sarkozy wurde scharf kritisiert, weil er vor der Razzia die Presse informiert habe und das Vorgehen der Polizei gefilmt werden konnte. Damit habe er den Erfolg der Aktion und die Sicherheit der Polizisten gefährdet, meinten die Kommunisten und forderten seine Absetzung. Auch die Sozialisten übten Kritik.

Sarkozy hat einen Gesetzentwurf erstellt, der die Überwachung mit Kameras, die Kontrolle von Reisebewegungen und den Zugriff auf Internet- und Telefondaten ausweiten soll. Seit Oktober 2003 hat Paris 34 Hassprediger ausgewiesen. Zehn weitere sollen folgen.

Unterdessen lehnte das Europaparlament den umstrittenen Plan einiger EU-Staaten zur Speicherung von Telefondaten zur Terrorismusbekämpfung mit großer Mehrheit ab. Die Abgeordneten forderten die Regierungen Frankreichs, Großbritanniens, Irlands und Schwedens in Straßburg auf, ihre entsprechende Initiative zurückzuziehen.

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