Festnahmen
Die Terror-Spur führt nach Aachen

Die Polizei hat mittlerweile sieben Verdächtige in Alsdorf bei Aachen festgenommen. Sie stehen im Verdacht, etwas mit den Anschlägen von Paris zu tun zu haben. Der Ort ihrer Festnahme könnte mehr als ein Zufall sein.

AlsdorfDie Spur des verheerenden Terrors von Paris führt nun auch nach Deutschland. Im Zusammenhang mit den Anschlägen vom Freitagabend hat die Polizei bei Aachen sieben Verdächtige festgenommen. Sie wurden am Dienstag von Spezialeinsatzkräften in Alsdorf gefasst. Zudem wurde bekannt, dass der gesuchte 26-jährige Salah Abdeslam, Bruder eines der Selbstmordattentäter, vor rund zwei Monaten in Deutschland und Österreich war.

Als erster EU-Staat überhaupt bat Frankreich offiziell um Beistand der übrigen Mitgliedstaaten. Gefragt ist dabei auch militärische Unterstützung, um den Kampf gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) in Syrien und im Irak zu verstärken, wie Verteidigungsminister Jean-Yves Le Drian in Brüssel sagte. Denkbar sei eine Entlastung französischer Streitkräfte in anderen Krisenregionen, etwa in Afrika. Die EU-Außenbeauftragte Federica Mogherini sagte, die EU habe dazu „einstimmig ihre Bereitschaft erklärt“.

Der IS hatte sich zu der Terrorserie in Paris mit mindestens 129 Todesopfern bekannt. Am Morgen griffen zehn französische Kampfjets die Miliz erneut in Syrien an. Am Donnerstag soll zudem der Flugzeugträger „Charles de Gaulle“ ins östliche Mittelmeer verlegt werden, um die Schlagkraft zu verdreifachen. Frankreich hätte dann 36 Militärflugzeuge in der Region. Die Luftwaffe des Landes fliegt bereits seit September 2014 als Teil einer US-geführten Koalition Angriffe gegen IS-Stellungen im Irak und seit etwa zwei Monaten auch in Syrien.

US-Außenminister John Kerry kündigte nach einem Treffen mit Präsident François Hollande in Paris an, sein Land werde die Angriffe auf die Terrormiliz verstärken. Es gehe darum, „sie im Kern zu treffen“. Hollande selbst will eine Allianz der Weltmächte gegen den IS schmieden. Er hatte angekündigt, deswegen den Uno-Sicherheitsrat anzurufen.

Auch im Inland geht Frankreich weiter massiv gegen militante Islamisten vor. Nachts gab es weitere Razzien in 128 Wohnungen. Landesweit sind nach Regierungsangaben 115.000 Polizisten und Soldaten im Einsatz. Premierminister Manuel Valls sagte dem Sender France Inter, Frankreich sehe sich sowohl einer Bedrohung von innen als auch von außen gegenüber. „Wir können jederzeit weitere Angriffe erleiden.“

Der Pariser Eiffelturm wurde am Dienstag erneut geschlossen, nachdem das Wahrzeichen erst Montagnachmittag wieder geöffnet hatte. Trotz Bewachung durch Polizisten und Soldaten seien weitere „organisatorische Anpassungen“ nötig, teilte der Betreiber mit. Offenbar reichten den Angestellten die Absperrungen nicht – sie fühlten sich nicht ausreichend geschützt.

Frankreich will sich aber trotz der heiklen Sicherheitslage die Fußball-EM im kommenden Jahr keinesfalls nehmen lassen. Sportminister Patrick Kanner schloss eine Absage am Dienstag aus. „In keinem Fall darf der Sport vom Terrorismus gestoppt werden“, sagte er.

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