Festnahmen in Belfast
Tödliche Schüsse auf militanten Protestantenführer

Ein ehemaliger Anführer einer verbotenen protestantischen Untergrundgruppe wurde in Belfast von unbekannten Tätern erschossen.

HB BELFAST/LONDON. Der 47-jährige Jim Gray, der gerade einem Prozess wegen Geldwäsche entgegensah, wurde am späten Dienstagabend an seiner Haustür mit mehreren Schüssen niedergestreckt, wie die Polizei mitteilte. Bei der sofortigen Fahndung wurden am Mittwoch sechs Verdächtige festgenommen. Nach Angaben des britischen Senders BBC wurden die zwei Frauen und vier Männer im Laufe des Tages verhört. Details wurden zunächst nicht genannt.

Gray war jahrelang ein einflussreicher Anführer der verbotenen Ulster Defence Association (UDA). Im April hatte die paramilitärische Gruppe ihn unter Hinweis auf seinen großspurigen Lebensstil ausgeschlossen. Kurz darauf war Gray von der Polizei bei dem Versuch festgenommen worden, sich mit umgerechnet rund 15 000 € in die Republik Irland abzusetzen. Erst vor drei Wochen war er für die Zeit bis zum Beginn seines Prozesses auf freien Fuß gesetzt worden.

Die UDA gilt als brutale Terrororganisation mit engen Beziehungen zur organisierten Kriminalität. Die Polizei geht nach eigenen Angaben von einem Mord zur „Hausbereinigung“ innerhalb der UDA aus. Die Bluttat habe nichts mit der Fehde zwischen zwei anderen nordirischen Extremistengruppen zu tun, der in diesem Jahr bereits vier Menschen zum Opfer fielen.

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