Festnahmen in London und Birmingham
„Massenmord in unvorstellbaren Ausmaß“

Spezialkräfte der britischen Polizei haben in einer gemeinsamen Aktion mit dem Geheimdienst MI5 im Zusammenhang mit geplanten Anschlägen auf Passagierflugzeuge 25 Tatverdächtige festgenommen. Terroristen hätten beabsichtigt, „Massenmord in einem unvorstellbaren Ausmaß“ zu begehen, hieß es offiziell.

HB LONDON. Ein Sprecher der Polizei sagte am Donnerstag: „Dies sollten simultane Anschläge auf Flugzeuge mit dem Ziel Vereinigte Staaten sein“. Aus US-Sicherheitskreisen verlautete, die Anschlagspläne hätten auf Maschinen der amerikanischen Fluggesellschaften United Airlines, American Airlines und Continental Airlines abgezielt.

Der stellvertretende Scotland Yard-Chef Paul Stephenson sagte, es werde nach weiteren Terrorverdächtigen gesucht. Zu Fragen, ob es sich bei den Festgenommenen um britische Muslime handele, sagte Stephenson: „Es geht hier nicht um eine besondere Gemeinde.“ Die Verdächtigen seien in London und in Birmingham festgenommen worden.

Die Fahndung und die Ermittlungen befänden sich noch „in einem sehr frühen Stadium“, betonte Stephenson. Allerdings hieß es bei Scotland Yard unter der Hand, die Anti-Terroroperation sei bereits monatelang im Gange gewesen. Dass Spezialeinheiten der Polizei und des Geheimdienstes MI5 in der Nacht zum Donnerstag zugriffen, bedeute nicht, dass die Bombenanschläge auch für diesen Zeitpunkt geplant gewesen seien, sagte ein Experte dem Sender BBC.

Mit den Sprengstoffattacken von bislang nicht näher bezeichneten Terroristen sollten „erheblich“ viele Menschenleben vernichtet werden, erklärte der britische Innenminister John Reid am Donnerstag im Fernsehen. Die geplanten Anschläge hätten eine „bedeutende Gefahr für Großbritannien und seine internationalen Partner“ dargestellt.

Britische Medien berichten von bis zu 20 Flugzeugen, die die Terroristen nach dem Start in Großbritannien zur Explosion bringen wollten. Dabei hätten tausende Menschen getötet werden können. Experten gehen davon aus, dass die Attentäter die Flugzeuge mit flüssigem Sprengstoff zum Absturz bringen wollten. Die Bestandteile dafür hätten in unverdächtigen Verpackungen wie etwa für Haarwaschmittel an Bord gebracht und dann während des Fluges zusammengefügt werden sollen. Eine solche Theorie wird gestützt vom Verbot, Getränke und Flüssigkeiten mit an Bord zu nehmen. Es gilt seit Donnerstagmorgen für Fluggäste in Großbritannien und den USA.

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