Festnahmen in Mailand und Hamburg
Mutmaßliche Drahtzieher für Irak-Anschläge gefasst

Ein mutmaßlicher Ring zur Anwerbung von Selbstmordattentätern für den Irak ist von italienischen und deutschen Polizisten gesprengt worden. Auf Gesuch der Mailänder Staatsanwaltschaft wurde der als Chef der radikal-moslemischen Gruppe geltende Algerier Abderrazak M. in Hamburg festgenommen. Das teilte ein Sprecher der Hamburger Polizei mit

HB BERLIN/MAILAND. Der 30-Jährige befinde sich in Auslieferungshaft. Aus italienischen Justizkreisen verlautete, bei den Festnahmen am Donnerstag seien zudem drei Extremisten in Norditalien gefasst worden. Insgesamt werde nach fünf Personen gesucht, die Freiwillige für Anschläge auf die US-geführten Truppen im Irak angeworben hätten.

„Wir sprechen von echten Kämpfern, die von Einsätzen zurückgekehrt und ständig in Bewegung sind, die nach Extremisten suchen, um Selbstmordanschläge auszuführen“, hieß es in den italienischen Kreisen. In dem der Nachrichtenagentur Reuters vorliegenden Haftbefehl steht, einer der Männer sei im Oktober an dem Raketenangriff auf ein Bagdader Hotel beteiligt gewesen, in dem sich US-Vize-Verteidigungsminister Paul Wolfowitz aufhielt. Wolfowitz blieb unverletzt. Vor zwei Wochen waren bei einem Anschlag im Irak auch 19 italienische Soldaten getötet worden.

M. saß im Juli nach längerer Beobachtung für einige Wochen in Hamburg in Untersuchungshaft. Er stand unter dem Verdacht, in Spanien einen Bombenanschlag geplant zu haben. Wegen fehlender Indizien wurde er im August frei gelassen. Nach Medienberichten soll er in Hamburg auch Kontakt zu der Extremistengruppe um die Attentäter vom 11. September 2001 gehabt haben. Zu ihnen gehörte Mohammed Atta, einer der Piloten, die zwei Flugzeuge in die Türme des New Yorker World Trade Center gesteuert haben.

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