Feuerpause in Syrien
Frankreich fordert unverzüglich Sitzung der Syrien-Taskforce

Frankreichs Außenminister sorgt sich um die Waffenruhe in Syrien. Regierungstruppen sollen moderate Oppositionskräfte angegriffen haben. Die Uno warnt bereits vor dem Hungertod Tausender Syrer.

BeirutFrankreich hat eine unverzügliche Sitzung der Taskforce zur Überwachung der Feuerpause in Syrien gefordert. Außenminister Jean-Marc-Ayrault sagte am Montag in Genf, es müssten Berichte über Angriffe auf moderate Oppositionskräfte „aus der Luft“ diskutiert werden. Er werde das auch in Gesprächen mit dem Uno-Syriengesandten Staffan de Mistura und Uno-Generalsekretär Ban Ki Moon ansprechen. De Mistura hat ohnehin für Montag eine Sitzung der Kommission angesetzt, die die seit Samstag in dem Bürgerkriegsland geltende Waffenruhe überwachen soll. Ayrault forderte nun, diese sofort zu beginnen.

In Syrien gilt seit Freitagabend eine Waffenruhe. Ausgenommen davon sind die Terrormiliz Islamischer Staat und der Al-Kaida-Ableger Nusra-Front. Kritiker werfen aber Syrien und Russland vor, auch moderate Rebellengruppen ins Visier genommen zu haben. Insgesamt hält die Waffenruhe aber offenbar weitgehend.

Die Feuerpause sei wegen der Regierungstruppen gescheitert noch ehe sie wirklich begonnen habe, heißt es bei der Opposition. Die Angriffe verstießen gegen das von den USA und Russland ausgehandelte Abkommen über die Waffenruhe, zitierte der Fernsehsender Al-Arabija al-Hadath den Vorsitzenden der von Saudi-Arabien unterstützten Oppositions-Verhandlungsdelegation, Asaad al-Subi.

Die Opposition habe keine Alternative als ihr Volk zu schützen, wenn die internationale Gemeinschaft dies nicht könne, so Asaad al-Subi. Es gebe bisher auch keine Hinweise darauf, dass der Boden für Friedensgespräche bereitet werde. Nach dem Willen der Uno sollen die vor einigen Wochen unterbrochenen Friedensverhandlungen in Genf am 7. März fortgesetzt werden.

In den belagerten Gebieten Syriens sind nach Angaben der Vereinten Nationen tausende Menschen vom Hungertod bedroht. In den Gegenden, in denen zuletzt fast eine halbe Million Menschen eingeschlossen gewesen seien, drohten tausende Menschen zu verhungern, sagte der Uno-Menschenrechtsbeauftragte Zeid Ra'ad al-Hussein am Montag im schweizerischen Genf. Das „vorsätzliche Aushungern von Menschen sei als Mittel des Kriegs eindeutig verboten, kritisierte er. Ebenso verboten seien Belagerungen. Die Uno bemüht sich seit Beginn der Waffenruhe verstärkt darum, Hilfslieferungen in besonders von der Gewalt betroffene Gebiete zu liefern.


Agentur
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Associated Press / Nachrichtenagentur
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