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Fiktiver Einmarsch in Seoul: Nordkorea probt den Krieg

Panzer Rollen über die Grenze nach Südkorea, „US-Geiseln“ werden genommen: In einem Propagandafilm im Internet probt Nordkorea den Einmarsch im Nachbarland - wenigstens fiktiv.

In einem Internetvideo probt Nordkoreas Militär den Einfall beim Nachbarn Südkorea. Quelle: dpa
In einem Internetvideo probt Nordkoreas Militär den Einfall beim Nachbarn Südkorea. Quelle: dpa

SeoulNordkorea hat im Internet einen Propaganda-Film veröffentlicht, in dem der fiktive Einmarsch nordkoreanischer Truppen in die südkoreanische Hauptstadt Seoul gezeigt wird. Das vierminütige Video mit dem Titel "Ein kurzer, dreitägiger Krieg" wurde am Freitag auf der Website Uriminzokkiri veröffentlicht, die die Propaganda von Nordkoreas Staatsmedien verbreitet. Zu sehen ist, wie tausende nordkoreanische Soldaten mit dem Fallschirm über Seoul abspringen. Panzer überrollen die Grenze und besetzen ebenfalls die südkoreanische Hauptstadt.

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In dem Video sagt ein Sprecher, bei dem Einmarsch seien etwa 150.000 US-Bürger "als Geisel" genommen worden. Drei Tage nach Beginn der Invasion breche in Seoul und anderen Städten des Landes völliges Chaos aus, da es weder Nahrungsmittel und Trinkwasser noch funktionierende Kommunikationsleitungen gebe. In dieser Situation greife die nordkoreanische Volksarmee ein und bewirke so in nur drei Tagen eine Wiedervereinigung der beiden koreanischen Staaten, heißt es in dem Kommentar weiter.

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Nordkorea hatte in letzter Zeit wiederholt derartige Propaganda-Videos veröffentlicht. So wurde gezeigt, wie das Weiße Haus und der US-Kongress in Washington in einem Flammenmeer untergehen und New York durch einen Raketenangriff zerstört wird. Die Spannungen auf der koreanischen Halbinsel hatten zuletzt deutlich zugenommen, nachdem Pjöngjang als Reaktion auf die Verschärfung der UN-Sanktionen nach seinem dritten unterirdischen Atomtest den Nichtangriffspakt mit dem Süden aufkündigte. Zuvor hatte Nordkorea bereits den USA mit einem atomaren Erstschlag gedroht.

Chronologie: Nordkorea und seine Atombomben

  • 1989

    Ein US-Spionagesatellit macht erste Aufnahmen der nordkoreanischen Atomanlage Yongbyon.

  • 1994

    Pjöngjang legt den Atomreaktor im Rahmen eines Abkommens mit den USA still und erhält dafür Zusagen für den Bau zweier Leichtwasserreaktoren.

  • 1998

    Abschuss einer nordkoreanischen Langstreckenrakete vom Typ Taepodong-1.

  • 2002

    US-Präsident George W. Bush erklärt Nordkorea im Januar zu einem Teil der "Achse des Bösen". Im Dezember reaktiviert Pjöngjang den Atomreaktor Yongbyon und weist Inspektoren der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) aus.

  • 2003

    Nordkorea kündigt im Januar den Atomwaffensperrvertrag auf. Im August beginnen Sechs-Nationen-Gespräche zur Beendigung des nordkoreanischen Atomprogramms mit Nord- und Südkorea, China, USA, Japan und Russland.

  • 2005

    Nordkorea gibt im Februar bekannt, Atomwaffen zur Selbstverteidigung hergestellt zu haben.

  • 2006

    Nordkorea nimmt am 9. Oktober den ersten Atombomben-Test vor. Der UN-Sicherheitsrat beschließt Sanktionen.

  • 2007

    Nordkorea erklärt sich im Februar bereit, die Anlage in Yongbyon abzuschalten und Atominspektoren wieder ins Land zu lassen. Im Juli erklärt die IAEA, Yongbyon sei geschlossen.

  • 2009

    Im April startet Nordkorea eine Langstreckenrakete mit tausenden Kilometern Reichweite. Die Regierung in Pjöngjang zieht sich aus den Sechs-Parteien-Gesprächen zurück und kündigt die Wiederaufnahme des Atomprogramms an. Am 24. Mai nimmt Nordkorea einen zweiten Atombombentest vor. Am 12. Juni werden die UN-Sanktionen verschärft.

  • 2011

    Nach dem Tod des langjährigen nordkoreanischen Machthabers Kim Jong Il am 17. Dezember kommt sein jüngster Sohn Kim Jong Un an die Macht.

  • 2012

    Nach einem fehlgeschlagenen Test der Rakete Unha-3 im April gelingt ein zweiter Abschuss des Raketentyps im Dezember.

  • 2013

    Der UN-Sicherheitsrat verschärft am 22. Januar die Sanktionen erneut, zwei Tage später kündigt die Führung in Pjöngjang einen neuen Atomtest an. Am 12. Februar vollzieht Nordkorea nach eigenen Angaben "erfolgreich" einen unterirdischen Atomtest.

  • 30.03.2013, 15:40 UhrScharfblick

    Nordkorea sucht und findet den Freitod. Hoffentlich müssen nicht so viele Zivilisten sterben. Es gibt bereits geheime Absprachen zwischen USA, China und Russland. USA wird offiziell bedroht und muss reagieren. Wenn China seine schützende Hand über Nordkorea zurückzieht, wird Nordkorea ganz plötzlich ganz leise. Das macht China natürlich nicht umsonst...

  • 22.03.2013, 14:37 UhrStinksauer

    Merkt Herr Kim eigentlich nicht, dass die Welt mit Zypern derzeit andere Probleme hat, als sich auch noch um seine seelischen Blähungen zu kümmern?

  • 22.03.2013, 12:47 UhrRumpelstilzchenA

    Wenn Kim diesen Blödsinn lesen könnte, er würde sich krummlachen!

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