Finanzaufsicht Basel III beschert Banken schärfere Kapitalregeln

Die wichtigsten Bankenaufseher und Notenbankchefs haben sich auf neue, verschärfte Regeln für die Banken weltweit geeinigt. Die neuen Mindesthürden für das Eigenkapital werden von 2013 an schrittweise eingeführt. So bleibt den Instituten genug Zeit, um sich darauf vorzubereiten.
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Das Frankfurter Bankenviertel: Mit Basel III müssen die Institute künftig mehr Eigenkapital bereit halten. Quelle: dpa

Das Frankfurter Bankenviertel: Mit Basel III müssen die Institute künftig mehr Eigenkapital bereit halten.

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HB BASEL. Die Vereinbarung ist ein Eckpfeiler der von den Regierungen angestrebten internationalen Finanzreformen. Damit soll zum einen das Risiko der Bankengeschäfte eingedämmt werden, zum anderen will man die Institute für Kosten neuer Krisen stärker in die Pflicht nehmen. Die neuen Regeln sollen im November beim Treffen der 20 größten Industrienationen (G20) in Seoul auf den Tisch kommen.

Die Empfehlungen hat der Basler Ausschuss für Bankenaufsicht erarbeitet. Dem Gremium gehören Zentralbanker und Bankenaufseher aus 27 Ländern an - es wurde 1974 nach dem Zusammenbruch des deutschen Bankhauses Herstatt gegründet. Der Ausschuss ist bei der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) in Basel angesiedelt. Deren Aktionäre sind ausschließlich Zentralbanken, daher versteht sich die BIZ als „Bank für Zentralbanken“.

1988 empfahl der Basler Ausschuss erstmals Mindestanforderungen für die Kapitalausstattung von Banken. Demnach sollten Kreditinstitute im Verhältnis zu ihren Forderungen mindestens acht Prozent Eigenkapital vorhalten, um Ausfallrisiken abzudecken. Der Fachbegriff für die Kreditforderungen lautet „risikogewichtete Aktiva“. Denn Kredite sind in Bankenbilanzen unter den Aktiva gefasst, und gemäß „Basel I“ müssen Kredite nach ihrem Risiko gewichtet werden. Von den acht Prozent Eigenkapital muss bisher die Hälfte aus sogenanntem Kernkapital bestehen, dazu zählen das Stammkapital der Bank wie zum Beispiel Aktien sowie Gewinnrücklagen.

Im Jahr 2004 verabschiedete der Ausschuss für Bankenaufsicht die „Basel II“-Regeln. Sie sollten die Risiken besser erfassen und so für mehr Gerechtigkeit sorgen. Die Eigenkapitalquote variiert seitdem: Bei Kunden mit wenig Kreditwürdigkeit müssen Banken mehr Eigenkapital vorhalten als bei Kunden mit besserer Bonität. Ausschlaggebend ist ein Rating, bei dem die Kreditnehmer anhand ihrer Geschäftszahlen Noten erhalten. In Deutschland und anderen europäischen Ländern gilt „Basel II“ seit 2007, die USA hinken allerdings hinterher.

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