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Finanzderivate: EU macht Front gegen Finanzspekulation

Die EU-Regierungschefs und das europäische Parlament haben sich auf eine schärfere Regulierung der Derivate-Branche geeinigt. Außerhalb von Börsen abgeschlossene Termingeschäfte sollen künftig zentral abgerechnet werden.

Die EU will die Derivate-Märkte stärker kontrollieren. Quelle: dapd
Die EU will die Derivate-Märkte stärker kontrollieren. Quelle: dapd

BrüsselDie Europäische Union will die Risiken bei spekulativen Finanzprodukten besser unter Kontrolle bringen. Die EU-Staaten und das Europäische Parlament einigten sich am Donnerstag in Brüssel über eine Verordnung zu Derivaten. Außerhalb von Börsen abgeschlossene Termingeschäfte müssen danach künftig über eine zentrale Verrechnungsstelle abgewickelt werden. Es wird zudem eine Meldepflicht für die Kurswetten auf Aktien, Anleihen oder Rohstoffe eingeführt.

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EU-Binnenmarktkommissar Michel Barnier begrüßte die Einigung als großen Schritt zu mehr Stabilität am Finanzmarkt. In den außerbörslichen Handel mit den spekulativen Produkten werde nun mehr Transparenz gebracht, erklärte der CDU-Europaabgeordnete Werner Langen, der die Verhandlungen für das Parlament geführt hatte.

Die EU will damit die Risiken im außerbörslichen Derivatehandel begrenzen, der weltweit inzwischen ein Volumen von 700 Billionen Dollar hat. Die mangelnde Transparenz der bilateral abgeschlossenen Transaktionen war eine wesentliche Ursache der Finanzkrise, die mit der Pleite der US-Investmentbank Lehman Brothers 2008 ausgebrochen war.

Nach dem Gesetz müssen die Transaktionen künftig an ein Handelsregister gemeldet werden, so dass die Aufsichtsbehörden sie besser kontrollieren können. Für standardisierbare Geschäfte wird eine Pflicht zur Abwicklung über zentrale Clearingstellen eingeführt. Dabei übernimmt ein Mittler das Risiko eines Ausfalls einer der beiden Geschäftsparteien und kassiert dafür Gebühren. Auch Unternehmen, die Termingeschäfte zur Absicherung gegen Kursänderungen abschließen, werden ab einem bestimmten Schwellenwert der Clearingpflicht unterliegen.

Banken-Regulierung

Für Streit zwischen Parlament und Mitgliedstaaten sorgten zuletzt noch die Regeln zur Streitschlichtung bei der Zulassung der zentralen Verrechnungsstellen. Diese sollen die nationalen Behörden erteilen. Die Aufseher der anderen Mitgliedstaaten, in denen das Clearinghaus operieren will, können im Extremfall einstimmig die Zulassung kippen. In diesem Fall kann die europäische Wertpapieraufsicht ESMA als Streitschlichterin eingeschaltet werden.

Das Gesetz soll im März vom Europäischen Parlament verabschiedet werden und muss dann noch von den Mitgliedstaaten gebilligt werden, was aber nur noch eine Formalie ist. Es könnte dann Ende des Jahres in Kraft treten.

  • 12.02.2012, 09:15 UhrAnonymer Benutzer: Gregor

    Ich finde es wichtig, dass eine grundsätzliche Neuorientierung geschieht (sei dies für den Weltfrieden, für die Gerechtigkeit etc.). Auf dem Handelsplatz wird mit spekulativen Finanzprodukten (Derivate, Optionen etc.) viel zu viel Geld auf "Pump" umgesetzt. Handelsgewinne von über 1 Promille bei Rohstoffen sind meines Erachtens vollumfänglich abzuschöpfen und für eine nachhaltige Entwicklung der armen Länder zu verwenden. Heute ist es wie in einem "Spiel", wir haben zu viele "Proletarier", welche mit ihrem geistigen Wissen eine Situation ausnutzen und mit Kurswetten eine goldene Nase auf Kosten z.B. der Entwicklungsländer verdienen.
    Gregor

  • 10.02.2012, 02:31 UhrAnonymer Benutzer: Olli

    Die Front verhärtet sich; leider nicht hart genug!

    Scheinwelt

    Im Mondenschein,
    da liegt ein Schwein,
    aber leider -
    nur zum Schein.

    So scheinet auch
    das Möndchen nicht,
    es gibt ihm nur
    die Sonne Licht! (KE)

  • 09.02.2012, 22:02 UhrAnonymer Benutzer: Mazi

    Der Gedankengang ist gut, aber nicht neu.

    1987 arbeiteten die deutschen Banken an der Schaffung eines zentralen Clearinghauses. Diese Aktivitäten wurden jedoch mangels politischer Unterstützung in Deutschland wieder eingestellt. Eine neue Abfassung des sogenannten "Grundsatzes Ia" bekam seitens des BAKred (heutige BAFin) Vorrang.

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