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Finanzindex: Schuldenstaaten können sich nicht befreien

Trotz aller Anstrengungen schaffen es die Euro-Krisenstaaten nicht, sich aus ihrer Situation zu befreien. Das deutet der CEP-Default-Index an. Demnach führe importiertes Kapital nicht zu ausreichenden Investitionen.

Die Sorgenstaaten des Euros sind zu wenig wettbewerbsfähig. Quelle: dpa
Die Sorgenstaaten des Euros sind zu wenig wettbewerbsfähig. Quelle: dpa

DüsseldorfDie südeuropäischen Schuldenstaaten Italien, Griechenland und Spanien können sich trotz ihrer Reformprogramme nicht aus der Krise befreien – im Gegenteil, sie geraten immer tiefer hinein. Das signalisiert der CEP-Default-Index, der dem Handelsblatt exklusiv vorliegt (Montagsausgabe).

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Das Centrum für Europäische Politik (CEP), ein stiftungsfinanzierter Think Tank in Freiburg, hat ihn entwickelt und berechnet. Der Index misst die Fähigkeit von Volkswirtschaften, im Ausland aufgenommene Kredite zurückzuzahlen. Er setzt sich aus dem gesamtwirtschaftlichen Finanzierungssaldo eines Landes und aus dem Niveau der kapazitätssteigernden Investitionen zusammen. Ist das Finanzierungssaldo negativ, importiert ein Land Kapital aus dem Ausland. Das ist auf Dauer nur unbedenklich, wenn es damit die Produktionskapazitäten erweitert, denn nur solche Investitionen werfen in der Zukunft Erträge ab, mit denen die Auslandsschulden zurückgezahlt werden können.

Insbesondere Griechenland fällt dabei immer weiter zurück. Der CEP-Default-Index hat sich von minus 9,9 Punkten 2010 auf minus 12,2 im ersten Halbjahr 2011 verschlechtert. Während die Kapitalimporte etwas zurückgingen, begann der Kapitalstock wegen der tiefen Wirtschaftskrise zu schrumpfen. Das im Ausland geliehene Geld wird damit „vollständig für den heimischen Konsum verwendet“, warnt das CEP. Auch in Portugal ist der Kapitalstock im ersten Halbjahr erstmals geschrumpft: Der Index verschlechterte sich von minus 7,5 auf minus 8,2 Punkte. Italien setzte ebenfalls seine negative Entwicklung fort. Hier sank der Index von minus 1,5 auf 2,5 Punkte, weil die Kapitalimporte stiegen. Nur in Spanien blieb der Index im positiven Bereich, weil das Land mehr Kapital investierte als es importierte.

Die Probleme der PIGS-Staaten haben der CEP-Studie zufolge vor allem eine Ursache: Die Volkswirtschaften haben gegenüber den anderen Euro-Ländern Wettbewerbsfähigkeit verloren. In Griechenland sind die Lohnstückkosten in den vergangenen zehn Jahren um 36,5 Prozent gestiegen. Zum Vergleich: In Deutschland legten sie in diesem Zeitraum nur um vier Prozent zu.

  • 04.12.2011, 16:43 UhrAnonymer Benutzer: AlexanderBerg

    Ein System, was aus dem Nichts Geld schafft und dann als reale Schuld (Kredit) plus! Zins und Zinseszins ins System kommt. Kann nur darin Enden, dass es zusammenbricht, weil der Verlauf exponentieller Gewinne auf der einen und Schulden und Mehraufwand auf der anderen keine tragbare Lösung für die Gesellschaft an sich mehr ist.

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