Finanzkrise
China will Taiwan wirtschaftlich helfen

Die Volksrepublik China schlägt derzeit versöhnliche gegenüber Taiwan an. China betrachtet generell die Insel als abtrünnige Provinz. Doch in Zeiten der Krise sollten die beiden Chinas zusammenarbeiten, sagte jetzt ein hoher Funktionär der Kommunistischen Partei Chinas.

HB SHANGHAI. Falls sich die weltweite Wirtschaftslage weiter verschlechtere und Taiwan um Beistand bitten sollte, dann werde China sein Möglichstes tun, sagte Jia Qinglin, einer der ranghöchsten Funktionäre der Kommunistischen Partei Chinas, am Samstag in Schanghai. China sei bereit, Firmen aus Taiwan den Zugang zum chinesischen Markt und Investitionen zu erleichtern, sagte Jia in seiner Eröffnungsrede einer Konferenz von Wirtschaftsvertretern, Wissenschaftlern und Vertreten der Kommunistischen Partei Chinas und der in Taiwan regierenden Nationalistischen Partei. China hoffe im Gegenzug auf Handelserleichterungen und Beteiligungen an großen Infrastrukturprojekten auf der Insel.

Der Vorsitzende der taiwanischen Regierungspartei, Wu Poh-Hsiung, äußerte ebenfalls die Hoffnung auf erleichterte Handelsbeziehungen für Taiwans Firmen, die auf dem Festland viele Milliarden Dollar investiert hätten. Zudem solle die chinesische Regierung den Tourismus nach Taiwan ankurbeln. Zwar dürfen Chinesen vom Festland seit Juni auf die Insel reisen, doch die Regierung in Taipeh zeigte sich enttäuscht, dass die Besuchszahlen zurückgegangen sind. Zumindest teilweise dürften die rigorosen Ausreisebestimmungen Chinas für Taiwan-Reisende dafür verantwortlich sein.

Die Beziehungen zwischen China und Taiwan haben sich seit dem Amtsantritt des taiwanischen Präsidenten Ma Ying-Jeou entspannt. Erst am Montag haben beide Seiten erstmals seit 60 Jahren Direktflüge, neue Schifffahrtsrouten und Postverbindungen eröffnet. China und Taiwan sind seit Ende des Bürgerkriegs 1949 getrennt.

China versucht, sich inmitten der Finanzkrise als Stabilitätsanker in der Region zu beweisen. Die Regierung hatte bereits die südkoreanische Währung für 30 Milliarden Dollar stabilisiert.

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