Finanzkrise
Demokraten einigen sich auf Rettungspaket

Eine Hürde weniger für den milliardenschweren Rettungsplan für die Finanzbranche. Die US-Demokraten im Senat und Repräsentantenhaus haben sich nach Angaben eines einflussreichen Abgeordneten auf einen Plan für ein Rettungspaket für die Finanzbranche geeinigt. Auf die Nachricht reagierte auch der Aktienmarkt prompt.

HB WASHINGTON. "Ich glaube, Demokraten im Repräsentantenhaus und Senat haben sich geeinigt. Jetzt werden wir mit den Republikanern sprechen", sagte Barney Frank, der demokratische Chef des Finanzausschusses im Repräsentantenhaus. Darüber hinaus kritisierte Frank den republikanischen Präsidentschaftskandidaten John McCain. Es sei "nicht hilfreich" und ein Trick, dass McCain seinen Wahlkampf wegen der Finanzkrise ausgesetzt habe. "Er ist nicht involviert und weiß nichts über die ganze Sache", sagte Frank.

Derweil signalisierten auch die Republikaner im Repräsentantenhaus ihre Zustimmung zu dem geplanten Hilfspaket. Vermutlich werde eine "solide Zahl republikanischer Abgeordneter" für den Plan stimmen, erklärte der republikanische Abgeordnete Peter King dem TV-Sender CNBC.

Die Hoffnung auf eine schnelle Einigung über das Rettungspaket für den US-Finanzsektor verlieh auch dem Dax am Donnerstag Flügel. Der Leitindex stieg um zwei Prozent auf 6173,03 Punkte. Republikaner und Demokraten im US-Kongress legten ihren Streit über Hilfen von 700 Milliarden Dollar in wichtigen Fragen bei und bewegten sich deutlich aufeinander zu. Dieser Fortschritt überstrahlte an der Börse sogar maue US-Konjunkturdaten und eine Gewinnwarnung des US-Mischkonzerns General Electric.

US-Präsident George W. Bush hatte zuvor erneut vor den dramatischen Konsequenzen der Finanzkrise für alle Amerikaner gewarnt. Falls sich Kongress und Regierung nicht "so schnell wie möglich" auf das Maßnahmenpaket einigten, drohe eine "schmerzhafte Rezession" mit kaum absehbaren Folgen. "Unsere gesamte Wirtschaft ist in Gefahr." Zudem drohe Panik auf dem Finanzsektor.

Die beiden Präsidentschaftkandidaten Barack Obama und John McCain sicherten in einer gemeinsamen Erklärung ihre Bereitschaft zu einer Zusammenarbeit von Demokraten und Republikaner zu: "Wir dürfen keine wirtschaftliche Katastrophe riskieren." US- Präsident George W. Bush hatte zuvor McCain und Obama für Donnerstagnachmittag zu einem Krisengipfel in Weiße Haus geladen. McCain sagte, er glaube an eine Zustimmung im US-Kongress für das Regierungsprogramm bis Montag, "bevor die Märkte öffnen".

Umfragen zufolge hat Obama seit dem Beginn der Finanzkrise einen Vorsprung auf McCain ausgebaut. In einer am Dienstag veröffentlichten Befragung der "Washington Post" und von "ABC News" unterstützten 53 Prozent Obama, 42 Prozent McCain. Eine Mehrheit spricht zudem dem Demokraten eine größere Kompetenz zu, die Krise zu meistern, als dem Republikaner. McCains Büro stellte die Erhebung infrage.

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