Finanzkrise
Emirate helfen Dubai aus der Klemme

Die Vereinigten Arabischen Emirate halten in der Finanzkrise zusammen: Die Zentralbank der Vereinigten Arabischen Emirate kauft Anleihen für zehn Milliarden Dollar – und beendet damit Spekulationen über die drohende Zahlungsunfähigkeit des Scheichtums.

DUBAI. Die Notenbank mit Sitz in Abu Dhabi teilte am Montag mit, das Emirat Dubai zu stützen und die Hälfte einer fünfjährigen, unbesicherten Anleihe im Volumen von 20 Mrd. Dollar zu kaufen. Damit sind Spekulationen, das angeschlagene Dubai könne die rund 80 Mrd. Dollar umfassenden Schulden des Staates sowie der staatlich kontrollierten Unternehmen nicht zurückzahlen, vom Tisch.

Den Vereinigten Arabischen Emiraten gehören sieben Emirate an – mit sehr unterschiedlicher Finanzkraft. Dubai zieht zwar mit immer neuen Glitzerprojekten die meiste Aufmerksamkeit auf sich, doch ist das mit großen Ölreserven gesegnete Abu Dhabi weitaus reicher. In den vergangenen Monaten war Dubai von Spekulationen erschüttert worden, Abu Dhabi wolle sich im Gegenzug für eine Rettungsaktion Anteile an Unternehmen sichern. So hieß es, die Vettern aus dem Süden hätten sich strategisch wichtige Anteile an Emirates Airlines oder Dubai Ports World gegen entsprechende Mitsprachrechte gesichert. Bestätigt wurde jedoch keine dieser Vermutungen.

Dagegen entschied sich die Zentralbank der Vereinigten Emirate nun für eine direkte Hilfe. Börsenprofis werteten die Finanzspritze als Durchbruch: „Der Gesamtstaat hat erstmals seine finanzielle Verantwortung für Dubai untermauert“, sagte Udo Schäberle von der BHF-Bank in Abu Dhabi. „Damit stehen die Chancen sehr gut, dass wir den Tiefpunkt an den beiden Börsen Dubais hinter uns gelassen haben.“ Die Aktienmärkte reagierten mit einem Feuerwerk. Die Werte am Dubai Financial Market schossen um fast acht Prozent nach oben. Auch andere Handelsplätze in der Region tendierten ins Plus. Der MSCI Emerging Markets Index in London legte um zwei Prozent zu. „Der Markt hatte die Möglichkeit eines Bankrotts der gesamten Wirtschaft bereits eingepreist“, sagte Rami Sidani von der Investmentgesellschaft Schroders in Dubai.

Noch ist unklar, wer bei der zweiten Tranche der Anleihe über zehn Mrd. Dollar einsteigt. Regierungskreise in Dubai signalisierten jedoch Interesse am Engagement lokaler und internationaler Banken sowie von Privatinvestoren. Die Ratingagenturen Standard & Poor’s und Moody’s hatten den Refinanzierungsbedarf Dubais allein für 2009 auf rund 13 Mrd. Dollar taxiert. „Mit der Transaktion der Zentralbank ist das Damoklesschwert von Dubais Refinanzierung weg“, hieß es bei Moody’s in Dubai. Die Lage von sechs untersuchten Großunternehmen wie etwa des Baukonzerns Emaar oder der Gesellschaft Dubai Holding habe sich grundsätzlich verbessert, stellte die Agentur, die Ende Februar ihre Ratings vorlegen will, klar.

Seite 1:

Emirate helfen Dubai aus der Klemme

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%