Finanzkrise
Euro-Retter fürchten reale Folgen des Börsencrashs

Noch herrscht nur an den Finanzmärkten Krise, doch die Euro-Verteidiger Rehn und Trichet fürchten ein Übergreifen der Börsenpanik auf die gesamte Wirtschaft: Die Welt steht vor einer Menge ungelöster Probleme.
  • 26

BrüsselEU-Währungskommissar Olli Rehn EU-Währungskommissar sieht eine Ansteckungsgefahr der jüngsten Finanzmarktturbulenzen für die Realwirtschaft. Der jüngste Kurssturz an den Börsen zeige, dass sich Finanzmärkte und Realwirtschaft synchron entwickelten. „Ich mache mir deswegen ernsthafte Sorgen darüber, dass anhaltende Turbulenzen überschwappen und der Erholung der Wirtschaft womöglich schaden könnten“, sagte Rehn am Montag im Europäischen Parlament in Brüssel auf einer Sondersitzung zum Börsen-Crash und zur Schuldenkrise. Nach Rehns Worten wurden die Marktturbulenzen von der Schulden-Debatte in den USA, von der Schuldenkrise in Europa sowie von Finanzierungsschwierigkeiten europäischer Banken verursacht.

EZB-Chef Jean-Claude Trichet äußerte sich vor dem Ausschuss ähnlich: Auch aufgrund der Turbulenzen auf den Finanzmärkten bleibe die Unsicherheit für die wirtschaftliche Entwicklung "besonders hoch", sagte Trichet am Montag. Der EZB-Präsident forderte die Euro-Länder auf, ihre Bemühungen zur Haushaltssanierung zu verstärken und die Beschlüsse ihres Gipfeltreffens vom 21. Juli "vollkommen und rechtzeitig" umzusetzen.

Auf dem Gipfel hatten die Staats- und Regierungschefs der Euro-Länder ein zweites Hilfspaket für das hoch verschuldete Griechenland und Änderungen am vorläufigen Euro-Rettungsfonds beschlossen. Der Fonds soll künftig etwa Schulden von angeschlagenen Euro-Ländern aufkaufen können. In Deutschland stehen die Beschlüsse voraussichtlich am 29. September im Bundestag zur Abstimmung.

Auch in den anderen Euro-Ländern müssen die Parlamente etwa dem zweiten Hilfspaket für Griechenland zustimmen. Für Verzögerungen sorgte zuletzt eine Sondervereinbarung Finnlands mit der griechischen Regierung. Finnland hatte im Gegenzug für seine Beteiligung am zweiten Rettungspaket für Griechenland mit Athen die Hinterlegung eines Barpfands ausgehandelt. Die Absprache zwischen beiden Ländern ließ auch in anderen Eurostaaten ähnliche Forderungen laut werden.

Seite 1:

Euro-Retter fürchten reale Folgen des Börsencrashs

Seite 2:

Kommentare zu " Finanzkrise: Euro-Retter fürchten reale Folgen des Börsencrashs"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Zum Eurobond fällt mir ein schöner vergleich ein:
    Klar, dass ein "Säufer" gegen ein Alkoholverbot ist.
    Hier hilft aber nur der Entzug. Und nicht immer neue Flaschen mit Hochprozentigem durch "Normale" beschafffen oder sogar auf Kredit finanzieren.

    Ein Wahnsinn!!!

  • Wir sind:
    Für Deutschland - Gegen EUtschland!

    Deshalb gilt es, den Ausverkauf des Landes zu verhindern, bevor es zu spät ist. Deutschland hat Versailles 2.0 nicht verdient.

  • Doch: Von Art. 20 (4) GG Gebrauch machen, D-Mark wieder einführen, alle euro-relevanten Verträge kündigen, Bürgerwehren aufstellen udn mit panzerbrechenden waffen ausstatten, falsl England, Frankreich und Polen D besetzen wollen (was zu erwarten ist). Bündnis mit Skandinavien, Österreich und Niedelande (evtl. Tschechien und Slovákei) gründen, dann haben die alten Feinde schlechte Karten!

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%