Finanzkrise Euro-Retter fürchten Folgen der Börsenpanik

Noch herrscht nur an den Finanzmärkten Krise, doch die Euro-Verteidiger Rehn und Trichet fürchten ein Übergreifen der Börsenpanik auf die gesamte Wirtschaft: Die Welt steht vor einer Menge ungelöster Probleme.
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EZB-Chef Trichet (li.) und EU-Währungskommissar Rehn fürchten, dass die Realwirtschaft von der Börsenpanik erfasst wird. Quelle: dapd

EZB-Chef Trichet (li.) und EU-Währungskommissar Rehn fürchten, dass die Realwirtschaft von der Börsenpanik erfasst wird.

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BrüsselEU-Währungskommissar Olli Rehn EU-Währungskommissar sieht eine Ansteckungsgefahr der jüngsten Finanzmarktturbulenzen für die Realwirtschaft. Der jüngste Kurssturz an den Börsen zeige, dass sich Finanzmärkte und Realwirtschaft synchron entwickelten. „Ich mache mir deswegen ernsthafte Sorgen darüber, dass anhaltende Turbulenzen überschwappen und der Erholung der Wirtschaft womöglich schaden könnten“, sagte Rehn am Montag im Europäischen Parlament in Brüssel auf einer Sondersitzung zum Börsen-Crash und zur Schuldenkrise. Nach Rehns Worten wurden die Marktturbulenzen von der Schulden-Debatte in den USA, von der Schuldenkrise in Europa sowie von Finanzierungsschwierigkeiten europäischer Banken verursacht.

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EZB-Chef Jean-Claude Trichet äußerte sich vor dem Ausschuss ähnlich: Auch aufgrund der Turbulenzen auf den Finanzmärkten bleibe die Unsicherheit für die wirtschaftliche Entwicklung "besonders hoch", sagte Trichet am Montag. Der EZB-Präsident forderte die Euro-Länder auf, ihre Bemühungen zur Haushaltssanierung zu verstärken und die Beschlüsse ihres Gipfeltreffens vom 21. Juli "vollkommen und rechtzeitig" umzusetzen.

Auf dem Gipfel hatten die Staats- und Regierungschefs der Euro-Länder ein zweites Hilfspaket für das hoch verschuldete Griechenland und Änderungen am vorläufigen Euro-Rettungsfonds beschlossen. Der Fonds soll künftig etwa Schulden von angeschlagenen Euro-Ländern aufkaufen können. In Deutschland stehen die Beschlüsse voraussichtlich am 29. September im Bundestag zur Abstimmung.

Auch in den anderen Euro-Ländern müssen die Parlamente etwa dem zweiten Hilfspaket für Griechenland zustimmen. Für Verzögerungen sorgte zuletzt eine Sondervereinbarung Finnlands mit der griechischen Regierung. Finnland hatte im Gegenzug für seine Beteiligung am zweiten Rettungspaket für Griechenland mit Athen die Hinterlegung eines Barpfands ausgehandelt. Die Absprache zwischen beiden Ländern ließ auch in anderen Eurostaaten ähnliche Forderungen laut werden.

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26 Kommentare zu "Finanzkrise: Euro-Retter fürchten reale Folgen des Börsencrashs"

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  • Zum Eurobond fällt mir ein schöner vergleich ein:
    Klar, dass ein "Säufer" gegen ein Alkoholverbot ist.
    Hier hilft aber nur der Entzug. Und nicht immer neue Flaschen mit Hochprozentigem durch "Normale" beschafffen oder sogar auf Kredit finanzieren.

    Ein Wahnsinn!!!

  • Wir sind:
    Für Deutschland - Gegen EUtschland!

    Deshalb gilt es, den Ausverkauf des Landes zu verhindern, bevor es zu spät ist. Deutschland hat Versailles 2.0 nicht verdient.

  • Doch: Von Art. 20 (4) GG Gebrauch machen, D-Mark wieder einführen, alle euro-relevanten Verträge kündigen, Bürgerwehren aufstellen udn mit panzerbrechenden waffen ausstatten, falsl England, Frankreich und Polen D besetzen wollen (was zu erwarten ist). Bündnis mit Skandinavien, Österreich und Niedelande (evtl. Tschechien und Slovákei) gründen, dann haben die alten Feinde schlechte Karten!

  • Oli Rehn sollte als erstes mal erklären, wie er dazu kommt Finnland beim ohnehin illegalen Griechenland (Banken)Bailout Sonderkonditionen einräumen zu wollen. Aber da es für die EU Diktatoren keinerlei Kontrollorgane gibt, wird der Dauer-EU-Kommissar auch weiterhin im Amt bleiben. Ebenso wie diese merkwürdige Madame Lagarde des IWF, und der Herr Trichet.....

  • So ist es. Zudem greift die Krise bereits auf die reale Wirtschaft über. Italiens Banken wackeln. Heute meldet beispielweise die Wirtschaftswoche, dass die UniCredit unter Druck kommt. Vielleicht ist sie die anonyme Bank, die vor wenigen Tagen 500 Mio bei der EZB abgerufen hat. Die IWF-Chefin Lagarde ruft jedenfalls schon zur nächsten Runde der Bankenrettung - ein höchst alamierendes Zeichen. Wie unverantwortungslos einige Krisenländer weiterhin agieren, zeigt Berlusconi, der eben die eben angekündigte zusätzliche Besteuerung von Reichen wieder kassiert. Warum auch sparen, die italienischen Schrottanleihen werden ja dereit von der EZB aufgekauft. Und mit diesen Staaten wollen wir Eurobonds, oder noch schlimmer, Wirtschaftsregierungen installieren. Ein Alptraum!

  • mit der Einfuehrung der Eurobonds verpflichten wir uns fuer immer und ewig die suedeuropaeischen Lander zu subventionieren. Wer das nicht will sollte seinen Bundestagsabgeortneten direkt anschreiben oder im Bezirksbuero vorstellig werden!
    Organisiert demos ueber Twitter.

  • Der Aussage muss man nur noch EINS hinzu fügen:
    Es gibt keinen Schalter zum beenden und wenn das selbe erreicht wird, könnte das sich wie Steinzeit anfühlen.

  • das Chaos in der Schuldenkrise haben die beiden mit verursacht. Eine späte Einsicht, dass sie jetzt die Realwirtschaft bedroht sehen. Wer Schrottanleihen aufkauft, muss sich nicht wundern, wenn das Vertrauen sinkt.

  • Wer hier was macht, legen die Banken fest.

    Denn die Politik ist durch die hoffnungslose Überschuldung zum Erfüllungsgehilfen der Banken geworden.

    Die Macht geht weder von den Politikern, noch vom Volk aus. Denn wer Schulden macht, macht sich erpressbar und hat das zu machen, was der Geldgeber will.

  • sehr guter kommentar! das sind die richtigen sa.ansbraten. der wusste das selbst schon in 2008 und er weiss sogar was die nächsten jahre passieren wird und er wird dieses wissen weiter nutzen um nebelkerzen zu werfen und das einfache volk für dumm verkaufen. leute es sah seit 2008 nicht besser aus als heut und uns wurde allesmögliche erzählt. konjunkturaufschwung, jobwunder, vollbeschäftigung usw. wohin die gelder geflossen sind und wer profitiert hat wurde nicht erzählt. aber wenn alle von wachstum sprechen denkt selbst der kleine mann aus einer branche welche nicht wächst und steht, dass es jetzt wieder besser wird. alle klammern sich in ihre unwissenheit/hoffnung/angst an solchen .ullshi. und dadurch wird alles noch schlimmer. wers glaubt streckt dem/den .eufeln die hand aus. wake up so you can stay up. oje oje.

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