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Finanzkrise: Finanzkrise kostet Elite-Uni Harvard Milliarden

Die Folgen der Finanzkrise schlagen auch bei den US-amerikanischen Hochschulen durch: Harvard etwa, immerhin reichste Universität der Welt, hat bei Finanzgeschäften in den vergangenen vier Monaten rund acht Milliarden Dollar verloren. Auch andere Elite-Unis haben sich verspekuliert. Jetzt drohen drastische Einschnitte, von denen vor allem die Studenten betroffen wären.

Der Harvard-Campus in Massachusetts: Der Investmentfonds der Hochschule hat sich offenbar verspekuliert. Foto: AP Quelle: ap
Der Harvard-Campus in Massachusetts: Der Investmentfonds der Hochschule hat sich offenbar verspekuliert. Foto: AP Quelle: ap

DÜSSELDORF. Bislang habe der 36,9 Milliarden Dollar schwere Investmentfonds „Harvard Management Company“ (HMC) 22 Prozent an Wert verloren, zitiert die „New York Times“ aus einem Schreiben von Universitäts-Präsidentin Drew Faust an Harvard-Mitarbeiter. Bis zum Ende des laufenden Geschäftsjahres im Juni 2009 könne der Verlust sogar 30 Prozent betragen.

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Harvard finanziert rund ein Drittel seiner operativen Kosten von rund drei Mrd. Dollar aus dem Vermögen des Investmentfonds. Neben Aktien hat der Fonds in der Vergangenheit in Immobilien, Rohstoffe sowie Private-Equity-Beteiligungen investiert. Als Reaktion auf die starken Verluste will die Universität unter anderem Beteiligungen im Wert von 1,5 Mrd. Dollar verkaufen, schreibt die „New York Times“. Ursprünglich war geplant, die Private-Equity-Beteiligungen um zwei Prozent aufzustocken.

Bei anderen Privat-Universitäten sieht es offenbar nicht besser aus als in Harvard. Laut "Spiegel Online" hat beispielsweise das Dartmouth College in New Hampshire 220 Mio. Dollar verloren, die kalifornische Hochschule Stanford hat angekündigt, ihr Budget um 45 Mio. Dollar zu kürzen. Die Rating-Agentur Moody´s Investors Service habe errechnet, dass den US-Unis allein in diesem Jahr ein Minus von 30 Prozent beim Vermögen drohe.

Die Verluste würden „erheblichen Einfluss“ auf die Budgets haben, prophezeite Harvard-Präsidentin Faust in dem Brief an ihre Mitarbeiter. In welchen Bereichen es in Harvard zu Kürzungen kommt, ist bislang aber noch unklar. Denkbar wäre laut „Times“, dass die Hochschule ihr Programm zur Unterstützung von Studenten aus unteren Einkommensgruppen zurückfährt, die sich die fürstlichen Studiengebühren von 45 600 Dollar pro Jahr nicht leisten könnten. Außerdem könnten die Gebühren angehoben werden.

Die selbst verschuldeten Verluste sind nicht das einzige Problem, das Harvard und die anderen Hochschulen in die finanzielle Bredouille bringt: Auch die Zurückhaltung von früher großzügigen Spendern könnte Einbußen bedeuten, so die „Times“. Ebenso würden staatliche Zuschüsse angesichts der Finanzkrise spärlicher fließen.

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