Finanzkrise: Folgen für Schwellenländer
Wer gerät als Nächstes in den Strudel?

Trotz der internationalen Rettungsmaßnahmen hat die Finanzkrise ihre Ansteckungsgefahr noch lange nicht verloren. Bislang zeigen sich die Schwellenländer relativ stabil, Experten sehen sie deutlich besser gegen die Finanzkrise gewappnet als westliche Industrieländer. Doch könnten die Banken sie bald mit nach unten ziehen.

WASHINGTON. Osteuropa und die baltischen Staaten seien besonders gefährdet, warnt Dominique Strauss-Kahn, Managing Director des Internationalen Währungsfonds. „Die Zeichen der Anspannung mehren sich“, sagte er. Die Banken dort seien in hohem Maße finanziell von ihren ausländischen Mutterkonzernen abhängig und daher für die Probleme der westlichen Banken anfällig. Bislang hatten in den Schwellenländer die Märkte mit starken Abschlägen reagiert, doch zeigen sich die Finanzinstitute bislang relativ stabil.

In den letzten Jahren hatten zahlreiche Geldhäuser Osteuropa als Wachstumsregion definiert und dort kräftig investiert – zum Beispiel der italienische Unicredit-Konzern. Die Bankenlandschaft in den baltischen Staaten wird von skandinavischen Banken dominiert – und auch dort befürchtet Strauss-Kahn steigende Kreditausfälle, weil die Immobilienpreise, ähnlich wie in zahlreichen westlichen Ländern, unter Druck stünden.

Die G24, ein Zusammenschluss von Schwellenländern, forderten von IWF und Weltbank entschiedene Schritte, um ein Übergreifen der Krise zu verhindern. Masangu Mulongo, Notenbankchef des Kongo und Präsident der G24, sagte: „Ein Angebot zur Liquiditätshilfe durch den IWF ist überfällig.“ Weltbank-Chef Robert Zoellick warnte vor Kapitalabflüssen in Schwellenländern und fürchtet mögliche Bankencrashs. Er schlug vor, eine neue Steuerungsgruppe aus Finanzministern zur Krisenbekämpfung zu bilden, der neben den großen Industrieländern auch Brasilien, China, Indien, Mexiko, Russland, Saudi-Arabien und Südafrika angehören sollten. Das seien dann 70 Prozent des weltweiten Bruttoinlandprodukts, gut die Hälfte der Weltbevölkerung und 62 Prozent der Energieproduktion.

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