Finanzkrise
G7-Aktionsplan findet weltweit Unterstützung

Die Welt demonstriert Einigkeit: 185 Mitgliedsländer des Internationalen Währungsfonds (IWF) stellen sich hinter den Plan der sieben führenden Industriestaaten gegen die globale Finanzkrise. Der IWF zeigte zugleich Bereitschaft, allen seinen Mitgliedsländern, also auch Deutschland, „schnell und substanziell“ zu helfen, um finanzielle Engpässe zu überwinden.

HB WASHINGTON. hat die Staatengemeinschaft demonstrativ Geschlossenheit signalisiert, um der weltweiten Turbulenzen rasch Herr zu werden. Alle 185 Mitgliedsländer des internationalen Währungsfonds IWF stellten sich am Samstag (Ortszeit) ausdrücklich hinter den Aktionsplan der sieben führenden Industriestaaten (G7). Auch aufstrebende Wirtschaftsgiganten wie China, Indien und Brasilien versicherten nach einer Sondersitzung der wichtigsten Industrie- und Schwellenländer (G20), dass sie eine aktive Rolle bei der Stabilisierung der Märkte spielen wollen.

„Die erste Koordinierung zwischen Industrieländern und dem Rest der Welt ist auf die Schiene gebracht“, sagte IWF-Direktor Dominique Strauss-Kahn zum Schulterschluss der Mitgliedsländer des Fonds. Er sei zuversichtlich, dass bereits „in den nächsten Tagen“ die Märkte positiv reagieren werden und der derzeit zum Stillstand gekommene Kreditmarkt wieder in Schwung komme. Die Staats-und Regierungschefs der 15 Euro-Länder wollen am Sonntagabend in Paris mögliche Auswege aus der Krise erörtern. Auch das geplante deutsche Rettungspaket soll in der Spitzenrunde beraten werden. Es sieht weitere Milliarden-Finanzspritzen für den deutschen Finanzsektor vor.

Der IWF zeigte zugleich Bereitschaft, allen seinen Mitgliedsländern, also auch Deutschland, „schnell und substanziell“ zu helfen, um finanzielle Engpässe zu überwinden. „Wir stehen bereit, allen zu helfen, die Unterstützung anfragen“, sagte Strauss-Kahn. „Wir haben eine Menge Ressourcen, die zur Verfügung stehen.“ Der Fonds wolle überdies eine führende Rolle bei der Analyse der Ursachen der Finanzkrise übernehmen und Empfehlungen zur Wiederherstellung von Vertrauen und Stabilität abgeben, hieß es in der IMFC-Erklärung weiter. Damit solle sofort begonnen werden.

Die G20 erklärten nach ihrer Sitzung, an der zum ersten Mal auch US-Präsident George W. Bush teilnahm, dass die Finanzkrise gemeinsam gelöst werden müsse. Der amtierende G20-Vorsitzende, der brasilianische Finanzminister Guido Mantega, kündigte zugleich an, dass die Ländergruppe künftig eine aktivere Rolle spielen wolle. Zugleich verwies er darauf, dass wichtige, aufstrebende Volkswirtschaften dank eines hohen Wirtschaftswachstums in der aktuellen Krise ein stabilisierender Faktor seien. „Schwellenländer müssen nicht dieselben Maßnahmen ergreifen wie die USA oder Großbritannien“, sagte Mantega.

„Die Unterstützung der gesamten Finanz-Weltgemeinschaft (für den G7-Plan) ist eine entscheidende Komponente, um Vertrauen wiederherzustellen“, sagte der Vorsitzende des Lenkungsausschusses, Youssef Boutros-Ghali. „Das ist keine Kleinigkeit.“ Strauss-Kahn unterstrich, dass es jedem Land frei stehe, auf seine Weise und mit seinen Mitteln die Punkte des Aktionsplans umzusetzen. Der IWF-Chef zeigte sich überzeugt, dass die Märkte positiv auf das Bekenntnis der Weltgemeinschaft zu dem Plan reagieren. Wichtigstes Problem sei derzeit die Finanzausstattung der Banken.

In ihrem Aktionsplan hatten sich die G7-Länder USA, Japan, Deutschland, Großbritannien, Frankreich, Kanada und Italien am Freitag vor der Jahrestagung von IWF und Weltbank unter anderem darauf verständigt, wichtige Finanzinstitutionen vor dem Zusammenbruch zu retten. Dazu wollen die führenden Industrienationen „alle notwendigen Schritte“ unternehmen, um die zusammengebrochenen Kreditmärkte wiederzubeleben. Auch sollen Banken aus privater und staatlicher Quelle mit ausreichend Mitteln versorgt werden, um das Vertrauen in das Finanzsystem wiederherzustellen.

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