Finanzkrise
Hintergrund: Die EU-Pläne zum Umbau des globalen Finanzsystems

Die Staats- und Regierungschefs der Europäischen Union haben sich am Freitag in Brüssel auf eine gemeinsame Strategie zum Umbau des Weltfinanzsystems geeinigt. Diese wollen sie auf dem Weltfinanzgipfel am 15. November in Washington vertreten. Die wichtigsten Positionen im Überblick.
  • Die EU-Staaten wollen bei der Reform der Finanzwelt noch enger zusammenarbeiten. Länder, die in wirtschaftlichen Schwierigkeiten stecken, sollen künftig noch stärker unterstützt werden können. Die Obergrenze des EU-Notfallfonds wird von zwölf Mrd. auf 25 Mrd. Euro aufgestockt.
  • Kein Finanzinstitut, kein Markt und keine Gesetzgebung darf künftig „verhältnismäßiger und angemessener Regulierung oder zumindest Aufsicht“ entkommen. Ratingagenturen sollen zur Registrierung und Beaufsichtigung verpflichtet werden.
  • Das neue internationale Finanzsystem muss auf den Grundsätzen der Rechenschaft und Transparenz basieren. Diese sollen mit Hilfe eines umfassenden Informationsaustauschs gewährleistet werden, der nicht länger große Teile des Finanzverkehrs außen vorlässt.
  • Die Bilanzierungsregeln müssen überarbeitet werden um sicherzustellen, dass sie nicht zu Spekulationsblasen in Wachstumsphasen und zu einer Verschärfung von Krisen beitragen.
  • Die nationalen Behörden müssen die Überwachung der großen internationalen Finanzgruppen koordinieren. Ein Frühwarnsystem soll eingerichtet werden, um Risiken rechtzeitig erkennen zu können.
  • Verhaltensregeln sollen die übermäßige Risikobereitschaft im Finanzsektor unterbinden. Dies soll auch die Frage der Managerentlohnung einbeziehen.
  • Der Internationale Währungsfonds (IWF) soll die Rolle der Aufsichtspolizei in der neuen Finanzarchitektur übernehmen. Dazu soll er besser mit dem 1999 gegründeten Forum für Finanzstabilität (FSF) vernetzt werden. Die Mittel des IWF müssen aufgestockt werden, damit er Länder in Not besser unterstützen kann.
  • 100 Tage nach dem Gipfel am 15. November sollen konkrete Schritte zur Umsetzung der beschlossenen Grundsätze ausgearbeitet sein. Am Ende dieser Phase, also Ende Februar oder Anfang März 2009, soll ein neuer Gipfel einberufen werden.
Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%