Finanzkrise
Islands Ex-Premier entschuldigt sich für Fast-Staatsbankrott

Der isländische Ex-Ministerpräsident Geir Haarde hat sich erstmals wegen seiner Mitverantwortung am drohenden Staatsbankrott entschuldigt. Haarde sagte in Reykjavik vor dem Kongress seiner konservativen Unabhängigkeitspartei, durch Fehler bei der Privatisierung sei das aggressive Auftreten isländischer Banken mit zu hohen Risiken ermöglicht worden.

HB REYKJAVIK. Haarde, der nach Protesten wegen der Finanzkrise zurücktreten musste, erklärte weiter: "Ich trage einen Teil der Verantwortung. Es ist nur angemessen, sich dafür zu entschuldigen, was ich hiermit tue."

Der Staatsbankrott für die Inselrepublik im Nordatlantik konnte nur durch Kredite des Weltwährungsfonds und anderer verhindert werden. Islands 320 000 Bürger haben seitdem mit einer weitgehenden Entwertung ihrer Landeswertung Krone, einer Inflation von zeitweise knapp 20 Prozent und Leitzinsen von 18 Prozent sowie dramatisch steigender Arbeitslosigkeit zu kämpfen.

Wegen Übernahme der gigantischen Bankschulden durch den Staat werden für 2010 drastische Einschränkungen im Gesundheits-, Schul- und Sozialsektor erwartet. Anhaltende Massenproteste zwangen Haarde und seine Partei im Januar von der Regierung in die Opposition. Der Ex-Regierungschef will nach einer Krebsoperation jetzt auch als Parteivorsitzender abtreten. Am 25. April stehen auf Island Neuwahlen an.

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