Finanzkrise
IWF-Chef redet Weltfinanzgipfel klein

Wenn sich die Staats- und Regierungschefs der 20 wichtigsten Industrienationen am 2. April zum Weltfinanzgipfel in London treffen, wollen sie die größte Reform der globalen Finanzarchitektur unter Dach und Fach bringen. Ob ihnen das gelingen wird? IWF-Chef Strauss-Kahn ist mehr als skeptisch: „Ich erwarte nichts wirklich Neues“, sagte er.

HB PARIS. Der Chef des Internationalen Währungsfonds IWF, Dominique Strauss-Kahn, hat vor einem Scheitern des Weltfinanzgipfels in London gewarnt. „Für die Staatschefs ist es absolut notwendig, zu einer Einigung zu kommen“, sagte Strauss-Kahn am Freitag in Paris. In der Krise müsse das Vertrauen gestärkt werden. Meinungsverschiedenheiten oder gar ein Streit am 2. April wären nicht gut dafür. „Ich glaube jeder versteht, dass wir in einer globalen Krise stecken, vielleicht in der ersten globalen Krise überhaupt“, sagte Strauss-Kahn. Er erwarte Einigkeit und Führungsstärke. Nationale Lösungen gebe es nicht.

Strauss-Kahn glaubt allerdings nicht, dass es am Ende des Treffens großen Überraschungen geben werde. „Ich erwarte nichts wirklich Neues“, sagte der frühere französische Finanzminister. Das wichtigste sei, den Finanzsektor zu stabilisieren. Zudem sollten sich die Staatschefs bereiterklären, notfalls 2010 weitere Konjunkturpakete aufzulegen. „Ich kann verstehen, dass der massive öffentliche Eingriff in der Krise manche Menschen beängstigen könnte“, sagte Strauss-Kahn. In der derzeitigen Situation sei es aber risikoreicher nichts zu tun als zu agieren.

Tatsächlich steht das Gipfeltreffen unter Erfolgsdruck. Das Ziel ist klar, aber der Weg muss noch abgesteckt werden. Einig sind sich wohl die Staats- und Regierungschefs der 20 wichtigsten Industrienationen darüber, dass es nie mehr Krisen geben soll, deren Schockwellen die Säulen des Systems zum Einsturz bringen können.

Seit Monaten arbeiten internationale Arbeitsgruppen unermüdlich hinter den Kulissen, treffen sich Finanzminister und Regierungschefs in kleineren und größeren Runden, um den Erfolg des Gipfels zu sichern. Und die Erwartungen sind enorm: Ein Scheitern des Gipfels mitten in der Rezession wäre eine politische Bankrotterklärung.

Erste Hinweise, wohin die Reise gehen könnte, wurden bereits publik gemacht. Die G20-Arbeitsgruppe zur Finanzmarktregulierung mahnte verstärkte Anstrengungen zur Risikovermeidung an. Insgesamt legten die Experten am Freitag 25 Empfehlungen vor, die auf nationaler und internationaler Basis die Finanzmarktregulierung verbessern sollen. So sollten Banken ihre Kapitalreserven in guten Zeiten ausbauen, erklärte die Arbeitsgruppe im kanadischen Ottawa. Bei der Risikovermeidung sollten die Aufsichtsbehörden das gesamte System im Blick haben.

Seite 1:

IWF-Chef redet Weltfinanzgipfel klein

Seite 2:

Seite 3:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%