Finanzkrise
Medwedjew räumt Fehler in Krisenpolitik ein

Russland stemmt sich mit der zweiten Zinssenkung innerhalb eines Monats gegen die Rezession. Zwar geht Präsident Dmitrij Medwedjew davon aus, dass die Banken das Schlimmste hinter sich hätten, doch bei der Kreditvergabe hake es noch immer. Auch, weil der Kreml Fehler gemacht habe.

HB MOSKAU. Die Notenbank entschied am Mittwoch, den für die Finanzierung der Banken entscheidenden Zins auf 12,0 Prozent von 12,5 Prozent zu senken. Unter Experten gilt es bereits als ausgemachte Sache, dass die Notenbank in den kommenden Monaten mit weiteren Zinssenkungen versuchen wird, die Wirtschaft anzukurbeln. Vor allem der jüngste Inflationsrückgang hat den Währungshütern hierzu Spielraum verschafft.

Die Notenbank will den Geschäftsbanken mit der Zinssenkung die Vergabe von Krediten erleichtern. Viele Banken haben die Geldhähne an Firmen aus Angst vor Zahlungsausfällen zugedreht. Im Januar waren die Banken so verunsichert, dass sie sich gegenseitig über Nacht nur noch Geld mit einem Zinssatz von 25 Prozent liehen - zumindest hier hat sich die Situation mit einem Zinssatz von rund acht Prozent mittlerweile deutlich entspannt. Präsident Dmitrij Medwedjew erklärte am Mittwoch, die Banken hätten das Schlimmste hinter sich - auch wenn es mit der Kreditvergabe noch immer hake.

Medwedjew räumte zudem Fehler im Kampf gegen die erste Rezession seit zehn Jahre ein. So sei ein Programm zur Bereitstellung von staatlichen Garantien ein völliger Reinfall gewesen, da nicht ein einziger Rubel vergeben wurde. „Ich will niemandem die Schuld hierfür in die Schuhe schieben. Wahrscheinlich jedoch hätten die Banken signalisieren sollen, dass sie den Mechanismus nicht für überzeugend halten“, kritisierte Medwedjew. Die Regierung will nun ein neues Programm mit geänderten Rahmenbedingungen auflegen.

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