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Finanzkrise: Obama wütend über Bonus-Zahlungen

"Beschämend", der "Gipfel der Verantwortungslosigkeit": US-Präsident Barack Obama schäumt über üppige Bonus-Zahlungen an der Wall Street. Im vergangenen Jahr sollen Banken trotz Finanzkrise 18,4 Mrd. Dollar ausgeschüttet haben. Obama will sich die Banker nun vorknöpfen.

Präsident Obama und sein Finanzminister Geithner. Foto: reuters Quelle: Reuters
Präsident Obama und sein Finanzminister Geithner. Foto: reuters Quelle: Reuters

rüd/rtr WASHINGTON. Der Präsident war sichtlich erregt. Er und Finanzminister Timothy Geithner würden der Wall Street klar machen, dass "es eine Zeit für sie gibt, Gewinne einzustreichen, und eine Zeit für sie gibt, Boni zu erhalten", sagte Obama vor Journalisten im Oval Office. "Jetzt ist nicht diese Zeit." Diese Worte sende er direkt an die Banker. Sie hätten Boni ausgeschüttet, während sie gleichzeitig den Staat um Milliardenhilfen anbettelten, wütete Obama. Sie müssten "Disziplin" und "Verantwortungsbewusstsein" zeigen. Bereits im Wahlkampf hatte er immer wieder "Exzesse" bei den Bonus-Zahlungen an der Wall Street gegeißelt.

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Die "New York Times" hatte berichtet, dass bei US-Banken im vergangenen Jahr 18,4 Mrd. Dollar an Boni geflossen waren. Zwar entspricht dies einem Rückgang von 44 Prozent gegenüber 2007 - immerhin aber in etwa so viel wie 2004. Ein Sprecher des Präsidialamts hatte die Boni bereits kritisiert. "Wir werden nicht in der Lage sein, die notwendigen Schritte zur Stabilisierung des Bankensystems zu unternehmen, wenn das amerikanische Volk von diesem empörenden Verhalten liest", sagte er. Finanzminister Geithner hat bereits signalisiert, die nach wie vor hohen Gehälter bei den Banken einzudämmen. Dazu sollen die entsprechenden Regeln im Tarp verschärft werden.

Von dem 700 Mrd. Dollar schweren Bankenrettungsfonds Tarp ist etwa die Hälfte noch nicht ausbezahlt - und es ist möglich, dass die Summe nicht ausreicht, um die US-Banken wirklich zu stabilisieren. Obama müsste den Kongress dann um noch mehr Geld ersuchen.

Vizepräsident Joe Biden sagte am Donnerstag in einem Interview, die Regierung werde die verbleibenden Milliarden "klug und transparent" verwenden. "Ich würde diese Kerle in den Bau werfen", sagte Biden mit Blick auf die Bonus-Banker. Ihr Verhalten sei "genau das, was uns in diese Situation gebracht hat: Gier".

Beobachter davon aus, dass der Wutrausbruch von Obama im Weißen Haus kalkuliert war. Er trifft die Stimmung im Land, in dem Unternehmen allein in dieser Woche den Abbau von 65 000 Jobs angekündigt haben. In der Öffentlichkeit regt sich zunehmend Unmut über die milliardenschweren Hilfspakete für Banken und andere Großunternehmen. Vor einigen Tagen wurde bekannt, dass die Citigroup kurz davor stand, einen Firmenjet für 50 Mio. Dollar zu kaufen. Die Bank hatte zuvor 50 Mrd. Dollar Hilfe vom Staat erhalten. Unter dem öffentlichen Druck wurde der Kauf gestoppt.

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