Finanzkrise
Serie von Gipfeln soll Finanzkrise bewältigen

Die Vereinigten Staaten und Europa haben eine Serie von Weltfinanz-Gipfeln vereinbart. Das erste Treffen solle bereits kurz nach der amerikanischen Präsidentschaftswahl Anfang November stattfinden, hieß es in Camp David im US-Bundesstaat Maryland. Der Gipfelmarathon soll helfen, nach und nach Reformen zu beschließen, um erneute Turbulenzen auf den Finanzmärkten zu verhindern.

HB WASHINGTON. Die USA und die EU wollen mit einer "Serie" von Weltfinanzgipfeln die internationale Bankenkrise bekämpfen. Der erste Gipfel solle rasch nach den US-Wahlen (4. November) in den USA stattfinden, heißt es in einer gemeinsamen Erklärung nach einem Treffen von US-Präsident George W. Bush mit dem französischen Staatschefs und EU-Ratsvorsitzenden Nicolas Sarkozy sowie EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso am Samstag (Ortszeit) in Camp David (US-Bundesstaat Maryland).

Man habe sich geeinigt, bereits nächste Woche mit weiteren politischen Führern in der Welt den Gedanken einer solchen "Serie von Gipfeltreffen" zu erörtern, heißt es in der Erklärung. Beim ersten Treffen gehe es darum, "Fortschritte bei der Bekämpfung der gegenwärtigen Krise zu überprüfen" sowie "Einigkeit über Grundsätze notwendiger Reformen" zu erzielen, um eine Wiederholung der Turbulenzen verhindern. Bei den weiteren Gipfeln soll es um die Verwirklichung konkreter Schritte zur Krisenbekämpfung gehen.

"Wir müssen sicherstellen, dass sich solche Krisen nicht wieder ereignen", sagte Bush vor dem dreistündigen Gespräch in Camp David. Sarkozy meinte, der erste Weltfinanzgipfel solle Ende November in New York stattfinden. "Da die Krise in New York begann, müssen die Lösungen auch in New York gefunden werden." Daran sollen neben den großen Industriestaaten auch Schwellen- und Entwicklungsländer teilnehmen. UN-Generalsekretär Ban Ki Moon bot bereits an, den Gipfel bei den Vereinten Nationen in New York auszurichten. Sowohl Bush als auch Sarkozy warnten vor einem Rückfall in Abschottung und Protektionismus. Eindringlich mahnte Bush, "die Grundlagen des demokratischen Kapitalismus" wie freier Handel, freier Markt und freies Unternehmertum müssten garantiert werden. Dagegen verwies Sarkozy eindringlich auf Auswüchse des Finanzsektors wie etwa Hedge Fonds und mahnte tiefgreifende Reformen an. Es gehe darum, "den Kapitalismus der Zukunft" aufbauen.

"Hedge Fonds können nicht weiterhin so operieren wie sie es in der Vergangenheit getan haben. Eben so wenig Steueroasen und Finanzinstitutionen, die keinerlei Kontrolle unterliegen. Das ist nicht länger hinzunehmen, das ist nicht mehr länger möglich", sagte Sarkozy. "Diese Art von Kapitalismus ist ein Betrug an der Art von Kapitalismus, an den wir glauben." Sarkozy plädiert bereits seit Wochen für einen "Weltfinanzgipfel". Dagegen hatte sich Bush zunächst skeptisch gezeigt, hieß es in US-Medien. Vergangene Woche hatten sich bereits die G8-Staaten für einen Weltgipfel ausgesprochen. Eindringlich kritisierte Sarkozy die bisherigen Kontrollmechanismen im internationalen Finanzsektor: "Wir leben im 21. Jahrhundert, aber wir wenden nach wie vor die Regeln des 20. Jahrhunderts an." Die internationale Gemeinschaft müsse "mit einer gemeinsamen Stimme sprechen und den Kapitalismus der Zukunft aufbauen".

Wenn der Gipfel in der UN stattfinde, werde dies dem Treffen "universelle Legitimität" verschaffen, meinte Ban in einem Schreiben an Sarkozy. Ausdrücklich begrüßte er die Absicht, neben dem Kreis der sieben größten westlichen Industrienationen (G7) auch Russland sowie Schwellen- und Entwicklungsländer einzuladen. Nach Angaben der Pariser Zeitung "Le Figaro" schlug Sarkozy den Zeitraum vom 21. und 23. November für das erste Gipfeltreffen vor.

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