Ob die gewünschte Größenordnung erreicht wird, hängt davon ab, wie stark sich Hedge Fonds und andere Investoren an dem Vorhaben beteiligen. „Die wirkliche Herausforderung wird sein, einen Preis für die faulen Vermögenswerte zu ermitteln“, sagte Linus Yip, Anlagestratege bei First Shanghai Securities in Hongkong. „Wenn sich die Regierung und die Banken darauf einigen können, besteht eine ziemlich gute Chance, dass sich der Kreditmarkt wieder normalisiert.“ Die giftigen Wertpapiere und faulen Kredite sind derzeit faktisch wertlos.
Das Hilfsprogramm besteht aus mehreren Bausteinen. Ein wichtiger Teil ist die Gründung von öffentlich-privaten Fonds, die mit massiver Hilfe des FDIC in einer Auktion Papiere kaufen sollen, die als besonders unattraktiv gelten (“legacy loans“). Der Erwerb dieser „Altlasten“ könnte nach Einschätzung der US-Regierung der größte Teil des Aufkaufprogramms werden.
Um die Banken von den „Altlasten“ zu befreien, will die Regierung öffentlich-privaten Fonds auch durch eine Aufstockung des von der Fed aufgelegten Kreditprogramms (TALF) unterstützen. Es soll von 200 Mrd. auf eine Billion Dollar erhöht werden und künftig auch ältere mit Hypotheken verbundene Papiere aufkaufen dürfen. Um Geld aufzutreiben, sollen zudem bis zu fünf Investmentmanager eingesetzt werden, deren Mittel die Regierung anschließend aufstocken will. Durch die verschiedenen Maßnahmen hofft die Regierung den brach liegenden Markt für viele toxische Papiere wiederzubeleben. Auf diese Weise soll ein fairer Preis entstehen, so dass der Staat nicht zu viel bezahlen muss.
Geithner hatte bereits vor Wochen sein Vorhaben angekündigt, allerdings keine Details genannt. In der Folge gerieten Bank-Aktien unter Druck, weil Experten nicht einschätzen konnten, wie erfolgversprechend das Vorhaben ist.