Finanzkrise
USA wollen auch für Bankschulden einstehen

Angesichts der dramatischen Situation auf den Finanzmärkten suchen die Regierungen händeringend nach Möglichkeiten, die Krise in den Griff zu bekommen. Die US-Regierung erwägt nun offenbar mit einer Staatsgarantie für Bankschulden und –einlagen eine weitere Verschärfung der Lage zu verhindern. US-Präsident Bush will an diesem Freitag wegen der jüngsten Börseneinbrüche zum amerikanischen Volk sprechen.

HB WASHINGTON. Die US-Regierung prüft weitere Maßnahmen im Kampf gegen die Finanzkrise. Laut „Wall Street Journal“ erwägt Washington eine Staatsgarantie für Bankschulden und -einlagen. Käme es dazu, dann wäre das der bisher größte Staatseingriff in das Finanzsystem der Vereinigten Staaten. Das Weiße Haus würde mit der Maßnahme einer am Donnerstag verkündeten britischen Initiative folgen. Regierungssprecher Tony Fratto, sagte der Zeitung, die Regierung prüfe diese Idee und spreche mit ihren britischen Partnern. Großbritannien will in den nächsten drei Jahren fällig werdende Bankverbindlichkeiten von bis zu 250 Mrd. Pfund garantieren.

Der Ansatz, alle Einlagen zu garantieren, könnte den Run vor allem auf kleinere US-Banken beenden. Diese hatten in den vergangenen Wochen erhebliche Mittelabflüsse verzeichnet, weil viele Anleger davon ausgingen, dass die Regierung nur große Banken retten würde. Dem Vernehmen nach ist es allerdings sehr unwahrscheinlich, dass die Regierung derartige Initiativen bereits am Wochenende bekannt geben wird.

US-Präsident George W. Bush will wegen der Finanzkrise und der Börseneinbrüche am Freitag erneut im Rosengarten des Weißen Hauses eine Ansprache an das amerikanische Volk halten, wie die Sprecherin des Weißen Hauses, Dana Perino, sagte. Es sei seit dem 15. September das 18. oder 19. Mal, dass Bush eine mündliche oder schriftliche Stellungnahme zur aktuellen Finanzkrise abgibt, berichtete der Nachrichtensender CNN. Der Präsident soll gegen 10.00 Uhr Ortszeit (16.00 Uhr MESZ) sprechen.

„Die Amerikaner sollten Vertrauen haben, dass alle Anstrengungen unternommen werden, die Märkte zu stabilisieren“, sagte Perino mit dem Blick auf die Umsetzung des vom Kongress bewilligten, 700 Milliarden US-Dollar schweren Rettungsplans für die US-Finanzwirtschaft. Die Liquiditätsprobleme der Banken seien derzeit die Wurzel der ökonomischen Probleme. Der Präsident werde dem amerikanischen Volk zusichern, dass die Wirtschaftsexperten der Regierung aggressiv vorgehen, um das Finanzsystem möglichst umgehend wieder zu stabilisieren.

Seite 1:

USA wollen auch für Bankschulden einstehen

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%