Finanzkrise
Wirtschaft bangt um Griechenland und den Euro

Das Bangen geht weiter: Die DIHK warnt vor dem Austritt Athens aus der Währungsunion und EADS-Chef Gallois hält den Euro für stark gefährdet. Die Griechen ärgern sich über die harsche Kritik an ihrer Steuermoral.
  • 54

AthenAngesichts wachsender Unsicherheit über die wirtschaftliche und politische Zukunft Griechenlands werden Wirtschaftsvertreter zunehmend nervös. So kritisierte der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) die Spekulationen über einen möglichen Austritt Athens aus der Euro-Zone. Dadurch werde Unsicherheit geschürt, sagte DIHK-Hauptgeschäftsführer Martin Wansleben der Nachrichtenagentur dapd. "Von einem Austritt Griechenlands profitiert keiner in Europa." So werde nur "der Finanzsektor destabilisiert".

Auch der scheidende Vorstandsvorsitzende des Luft- und Raumfahrtkonzerns EADS, Louis Gallois, sieht die Gemeinschaftswährung in akuter Gefahr. "Die Krise ist schlimmer geworden", sagte Gallois der "Welt am Sonntag". "Es gibt das Risiko, dass Griechenland aus der Eurozone austritt. Das könnte zu einem Dominoeffekt führen und andere Länder mitreißen", warnte er. Europa brauche den Euro aber. "Die Europäer hängen am Euro und keiner weiß genau, wie man wieder aus der Gemeinschaftswährung aussteigen soll", sagte Gallois.

Trotz der Gefahren sollten sich die Euro-Staaten nach Ansicht der Commerzbank einen griechischen Austritt aus der Gemeinschaftswährung offen halten. "Es ist schlicht ein Gebot der Verantwortung, sich auf alle Eventualitäten vorzubereiten", sagte Privatkundenvorstand Martin Zielke dem "Tagesspiegel" (Dienstagausgabe) laut Vorabbericht. "Zudem würde ein Austritt Griechenlands, falls er denn kommen sollte, nicht das Ende des Euro bedeuten", beschwichtigte er.

Seite 1:

Wirtschaft bangt um Griechenland und den Euro

Seite 2:

Nein zu Euro-Bonds

Seite 3:

IWF-Chefin Lagarde beleidigt Griechenland

Kommentare zu " Finanzkrise: Wirtschaft bangt um Griechenland und den Euro"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Rechner

    >> Lagarde

    Klasse.

    Gestern war sie noch eine Teufelin und heute, wo sie keine Rücksicht mehr auf ihr "Herrchen" nehmen muss und sich daneben benehmen kann, ist sie die der "Engel" der sich hier austobenden EuroHysteriker?

    Auf die Idee, daß sie in einem Spiel mit verteilten Rollen einfach nur den "Bad Cop" spielt und ziemlich "verissen" hat, scheint hier ja keiner zu kommen.

    Naja, Denken gehört eben, das lehrt die Erfahrung, nicht zu den Grundtugenden des "typischen" HB-Foristen.

  • Freiwirtschaftker,

    >> Über alles andere braucht niemand mehr nachzudenken

    Cool.

    Fast wie in der katholischen Kirche oder im Kommunismus. Man muss halt nur glauben, und wer nicht glaubt, ist ein Ketzer und kommt in die Hölle oder auf den Scheiterhaufen oder in den Gulag.

    Danke für Ihre wirklich "neue" Idee.

  • I4E

    >> Ne, die Wirtschaft bangt überhaupt
    >> nicht um Griechenland und den Euro

    Äh, die Wirtschaft, die das anders sieht, ist nicht die, die Sie meinen. Das hier ist das Handelsblatt und nicht der deutsche Kneipenführer ...

    Wenn Sie besser informiert sein sollten, gründen Sie eine Zeitung und beglücken die Nation mit all den unterschlagenen Informationen ... Mal gucken, wer dann noch das HB kauft und wer Ihnen den nächsten Besuch in der "Wirtschaft" finanziert ...

    >> eine Rückkehr zu soliden Staatshaushalten
    >> ist das Gebot der Stunde, das die Wirtschaft
    >> einfordert

    Wie klein Fritzchen sich das so vorstellt, nur ... also der Bauunternehmer oder der Handwerker hier in der Region, der findet es klasse, wenn der Staat das geld ausgibt und eine Strasse verbreitert oder ein Gebäude hochzieht, weil er dann Geld verdient, Leute einstellt und am Ende er und seine Angestellten & Arbeiter Steuern bezahlen können ... Ihre Vorstellungen in diesem Punkt funktionieren nur, wenn Sie etwas ausblenden, daß es sich nämlich nicht um ein Entweder/Oder handelt - sondern um einen Kreislauf. Was nützt das schönste Auto (Staat), wenn nicht mal einer auf's Gaspedal drückt und so den Sprit durch die Rohre pustet.

    Dauernd nur auf der Bremse stehen und darüber jammern, daß es nicht voran geht ist irgendwie absurd.

    Ihre Vorstellungen sind abstrakter Natur und haben nichts mit dem zu tun, was da draussen Sache ist: jede Menge kaputter Straßen, langsam in sich zusammenfallende Schulen ... Hauptsache gespart, egal ob das Auto von der Straße knallt oder das Dach herunterfällt. Wird schon einer "Schuld" sein, der wird dann zwei Tage als Sau durch's Dorf gehetzt und "gut" ist.

    Wenn alle "keusch" leben ... sterben wir bald aus.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%