_

Finanzmarktaufsicht: Staaten ringen um neue Bankenregeln

exklusiv Die führenden westlichen Industrienationen bemühen sich um eine gemeinsame Position im Kampf gegen Exzesse auf den internationalen Finanzmärkten. Durch die radikalen Vorschläge des US-Präsidenten Barack Obama kommt Bewegung in die festgefahrenen Verhandlungen der G20-Länder.

von S. Afhüppe, Y. Osman, R. Landgraf und D. Heß
Barack Obama bringt Bewegung in die Verhandlungen um neue Bankenregeln. Quelle: ap
Barack Obama bringt Bewegung in die Verhandlungen um neue Bankenregeln. Quelle: ap

HB BERLIN. Nach dem Vorstoß von US-Präsident Barack Obama zur Regulierung der Großbanken drängen Bundeskanzlerin Angela Merkel und Finanzminister Wolfgang Schäuble auf eine globale Übereinkunft. Bereits heute treffen sich die Sherpas der G7-Finanzminister in London, um das weitere Vorgehen zu besprechen. Die Bundesregierung will danach für Mai eine große Runde von G20-Vertretern, Bankern und Wissenschaftlern nach Berlin einladen.

Anzeige

Die internationale Debatte über schärfere Regeln für die Banken gewinnt damit erheblich an Tempo. Präsident Obama setzt sich für eine harte Trennung zwischen dem klassischen Bankgeschäft mit Kundeneinlagen und Krediten einerseits und den riskanten Transaktionen der Investmentbanken andererseits ein. In letzter Konsequenz könnten die Vorschläge von letzter Woche zur Zerschlagung großer Kreditinstitute führen. Die Aktien vieler Großbanken brachen deshalb ein.

Obwohl die Debatte über die Bankenregulierung seit Monaten läuft, fehlt es bisher an finalen Vorschlägen der Regierungen. Die Arbeit der Bundesregierung an einem entsprechenden Konzept steht noch am Anfang. Finanzminister Schäuble kündigte einen eigenen Vorschlag für die nächsten Wochen an, der in enger Abstimmung mit dem Kanzleramt formuliert werden soll.

  • 25.01.2010, 11:38 UhrAnonymer Benutzer: Leertasche

    Für Amerika denke ich: Dort muß ein eigenes Ministerium her, mit dem ausschließlichen Ziel, die kriminelle Energie der bereicherung führender bank-insitutsleiter zur Aburteilung zu bringen. Da dies gekoppelt mit Enteignungen aufgrund rechtlicher Grundlage Sinn macht, halte ich bemühungen in dieser Hinsicht generell für sinnlos.
    Für Deutschland denke ich: Hier muß erst der Traum vom einigen Europa ausgeträumt werden. Und mit der bestehenden politischen Führungsebene fallen mir auf Anhieb in Europa drei Länder ein, wo Politik im eigentlichen Sinn überhaupt noch gibt.

  • 25.01.2010, 10:36 UhrAnonymer Benutzer: FoCS

    ich frage mich schon länger, weshalb die Eigenkapitalquote nicht an die bilanzsumme der bank gekoppelt wird (Vorschlag Norbert Walter). Ergänzend könnte vorgeschrieben werden, dass die einzelnen Finanzgeschäfte abhängig vom jeweiligen Risiko mit entsprechendem Eigenkapital hinterlegt werden müssen. Einfache, wirksame,ins System passende Massnahmen. Vielleicht zu einfach, weil die Politiker ihre Leistung nach der Anzahl der gedruckten Gesetzesblätter bemessen?

  • 25.01.2010, 09:56 UhrAnonymer Benutzer: Knut

    An WERTE wie Wolframmbarren z.b. ??
    Fort Knox ist voll davon....deutsche Goldreserven sind bestimmt auch Fake inzwischen...

  • Video

Politik Bundestag stärkt Organspende

Krankenversichterte ab 16 Jahren werden in Zukunft häufiger gefragt, ob sie Organspender werden wollen. Dieses Gesetz hat der Bundestag mit großer Mehrheit verabschiedet - und noch einige weitere Entscheidungen gefällt.

  • Die aktuellen Top-Themen
Die Linke: Ulrich Maurer greift Parteispitze an

Ulrich Maurer greift Parteispitze an

In der Linken mehrt sich der Protest gegen die Parteispitze und den Zustand der Partei. Fraktionsvize Ulrich Mauer fordert eine radikale Verjüngungskur - und mehr Frauen. Denn in diesem Punkt hapert es gewaltig.

Gastkommentar: Die CDU muss weiter nach links rücken

Die CDU muss weiter nach links rücken

Nach der NRW-Wahl muss die Union neue Prioritäten setzen: Sie muss auf die Sorgen der Menschen reagieren. Sonst verliert sie noch mehr Vertrauen - und ihren Status als Volkspartei.

Studie: Bei Übernahmeschlachten gewinnt der Verlierer

Bei Übernahmeschlachten gewinnt der Verlierer

Wenn zwei Unternehmen um ein anderes streiten, bedeutet das oft nicht Gutes für den Gewinner. Denn bei Übernahmen können die Sieger die Erwartungen oft nicht erfüllen. Profiteur ist - der Verlierer.

Handelsblog Feuert die Dicke Bertha in die falsche Richtung?

Ein Kernproblem im Euro-Raum ist, dass es in den Krisenstaaten einen gefährlichen Link gibt zwischen dem Bankensystem und den Staatsfinanzen dieser Länder. Geldinstitute in Griechenland, Spanien, Irland und anderen Ländern stehen mit dem... Von Olaf Storbeck. Mehr…

Handelsblog Das Versagen von Bayern München, ökonomisch erklärt

Der Ausgang des Champions-League-Finales ist nicht nur peinlich für die Bayern, sondern auch für mich persönlich. Ausgehend vom Marktwert der Spieler hatte ich prognostiziert, dass Bayern gewinnen wird - weil die Mannschaft rund 30% mehr... Von Olaf Storbeck. Mehr…

  • Konjunkturtermine
Konjunkturtermine: Wochenvorschau

Wochenvorschau

Die wichtigsten Ereignisse und Indikatoren in Europa und International