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Finanzmarktkrise: EU nimmt Banken-Chefs ins Visier

Angesichts der Finanzkrise will die Europäische Union ihre Gangart gegenüber Bank-Managern verschärfen. Konkret sollen dem Gewinnstreben und den Abfindungen der Finanzakteure engere Grenzen gesetzt werden. Frankreich und Deutschland versicherten sich gegenseitig eine "totale" Koordinierung ihrer Maßnahmen.

EU-Ratspräsident Sarkozy will die EU-Staaten für ein hartes Vorgehen gegen Bank-Manager gewinnen. Foto: ap Quelle: ap
EU-Ratspräsident Sarkozy will die EU-Staaten für ein hartes Vorgehen gegen Bank-Manager gewinnen. Foto: ap Quelle: ap

HB BRÜSSEL. Das Vorgehen der EU in der Finanzmarktkrise soll auf einem Gipfel in der kommenden Woche abgestimmt werden. Aus einem ersten Entwurf der Schlussfolgerungen für das Treffen geht hervor, dass die Staats- und Regierungschefs der 27 EU-Staaten dem Gewinnstreben und den Abfindungen der Bank-Manager engere Grenzen setzen wollen. Die tatsächliche Leistung der Unternehmenschefs müsse sich in ihren Gehältern widerspiegeln, heißt es in dem Papier aus dem die Nachrichtenagentur dpa zitiert. Abfindungen müssten demnach dem Erfolg des Unternehmens entsprechen.

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Das Gipfel-Papier ruft die Mitgliedstaaten zur Umsetzung dieser Grundregeln auf. "Gleichermaßen muss darauf geachtet werden, dass der Gewinn aus Anteilsoptionen oder das Entlohnungssystem speziell im Bankensektor nicht dazu führen, dass übertriebene Risiken eingegangen oder kurzfristige Ziele extrem in den Mittelpunkt gerückt werden", heißt es in dem Dokument der französischen EU-Ratspräsidentschaft.

Die Gipfelteilnehmer sollen die Banken laut Beschlussentwurf der französischen EU-Ratspräsidentschaft zudem dazu aufrufen, rigoros ihre Verpflichtungen und Risiken offenzulegen. Nur so könne das Vertrauen in der Branche wieder hergestellt werden. Der EU-Gipfel soll entsprechend dieser Vorlage insbesondere darauf dringen, dass noch im Oktober eine Entscheidung zu den Vorschriften zur Rechnungslegung und ihrer Auslegung bei den Finanzinstituten fällt. Dann könne der wahre Wert ihrer Aktiva vom dritten Quartal 2008 an ausgewogener wiedergegeben werden, heißt es in dem Entwurf. Änderungen an dem Text, den die Staats- und Regierungschef am kommenden Donnerstag beschließen sollen, sind noch möglich.

Ungeachtet dessen haben Bundeskanzlerin Angela Merkel und der französische Präsident Nicolas Sarkozy eine "totale" Koordinierung ihrer Maßnahmen gegen die Finanzkrise vereinbart. Beide Politiker begrüßten zudem in einer gemeinsamen Erklärung am Mittwochabend die abgestimmte Zinssenkung der Notenbanken. Merkel und Sarkozy telefonierten nach Angaben aus Paris täglich wegen der Finanzkrise. Am Mittwochabend sprach Merkel auch mit US-Präsident George W. Bush.

Sarkozy betonte auf der Konferenz über internationale Politik in Evian, er arbeite "Hand in Hand" mit Merkel. "Unsere Uhren zeigen dieselbe Zeit", sagte Sarkozy. "Für mich sind die Freundschaft und die Solidität der Beziehungen zwischen Frankreich und Deutschland absolut wesentlich."

Merkel und Sarkozy waren jüngst in der Frage der Einrichtung eines gemeinsamen europäischen Notfonds zur Stützung der Banken uneins. Französische Kommentatoren warfen der Bundesregierung vor, den Fonds - in den Berlin am meisten einzahlen müsste - wegen des deutschen Vorwahlkampfes abzulehnen.

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