
BRÜSSEL. Beispiel Kreditausfallversicherungen (CDS), mit denen Anleger ohne großes eigenes Risiko auf den Bankrott Griechenlands wetten. Der griechische Premierminister Giorgos Papandreou würde den CDS-Markt deshalb gerne schließen, sagte er dem Handelsblatt. Doch die EU-Kommission hält ein CDS-Verbot für gefährlich. "Es könnte dazu führen, dass Griechenland und andere Länder den Käufern ihrer Staatsanleihen noch höhere Zinsen zahlen müssen", sagte ein hoher Beamter der EU-Behörde. Denn ohne CDS könnten Anleger die Griechen-Bonds nicht mehr gegen Ausfall absichern und würden deshalb möglicherweise noch höhere Risikoaufschläge verlangen als jetzt.
Regeln für die auf Staatsanleihen basierenden CDS will EU-Kommissar Barnier deshalb erst im Oktober vorschlagen. Vorher wollen die Generaldirektionen Wettbewerb, Wirtschaft und Binnenmarkt gemeinsam sorgfältig prüfen, was gesetzliche Eingriffe auf dem CDS-Markt makroökonomisch bewirken. "Wir müssen sehr aufpassen, dass wir der realen Wirtschaft keinen Schaden zufügen", hieß es in Brüssel.
Gigantische Grauzone
Es gebe "weichere Lösungen" für CDS als ein Verbot. Beispielsweise könne man das Geschäft damit in Krisensituationen vorübergehend aussetzen oder das Handelsvolumen je Bank limitieren.
Mit großer Vorsicht geht Barnier nicht nur bei den CDS, sondern bei der Regulierung aller Derivate vor - also jener Finanzprodukte, die von der Entwicklung anderer Märkte oder Produkte abhängen wie etwa Rohstoffpreisen, Devisen- oder Aktienkursen. Der weltweite außerbörsliche Handel mit Derivaten wird auf 600 Billionen Euro geschätzt - eine gigantische Grauzone ohne jeglichen Rechtsrahmen.
Der EU-Richtlinienentwurf für Derivate verzögert sich immer wieder. Nach seiner Amtseinführung im Februar kündigte Barnier den Entwurf zunächst für Juni an, verschob ihn aber jetzt auf September. Vorher will die EU-Kommission die Banken und andere Marktteilnehmer noch zu dem Thema konsultieren, um schwere Fehler zu vermeiden.
Hier die Hausaufgaben für Frau Merkel, Herrn Sarkozy, Herrn Trichet und den Rest des Hühnerhaufens....
http://www.businessinsider.com/niall-ferguson-debt-2010-5
"Denn ohne CDS könnten Anleger die Griechen-bonds nicht mehr gegen Ausfall absichern und würden deshalb möglicherweise noch höhere Risikoaufschläge verlangen als jetzt."?
das soll ein Argument sein?
Nein, denn für tatsächliche Anleger von Griechen-bonds darf diese Regelung natürlich nicht gelten. Nur die reinen Zocker, die ohne Anleihen zu zeichnen rein auf die Pleite eines Volkes wetten und das noch auf Kredit, denen soll die Grundlage entzogen werden. Was denn sonst?
Was sind das überhaupt für eine Art "Geschäfte" bei denen sich, wie im Februar passiert, ein paar Multis irgendwo in der Welt treffen können und beschließen: Lasst uns mal ne Währung killen?
Klasse!
Wie weit weg ist das denn von organisierter Kriminalität?
Wer - mit einem Funken Verstand ausgestattet erlaubt sowas - und muss man nicht vorraussetzen, dass Gesetzgeber erkennen können welche Konsequenzen solche Entscheidungen haben - und wenn man davon ausgeht, dass sie das können - welche Motivation steckt dann dahinter?
Halten die uns für blöd??
hm... wenn das Eigenkapitalquote der banken so hoch läge, würden dann nicht die Zinsen steigen, weil das Angebot an Kapital sinkt?
7 Kommentare
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