Finanzminister
Afghanistan braucht 7 Milliarden Dollar jährlich

Mit sieben Milliarden Dollar muss Afghanistan in Zukunft jährlich finanziert werden, erklärt der Finanzminister des Staates. Ansonsten, so der Minister, leide entweder die Entwicklung oder die Sicherheit des Landes.
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Bonn/KabulDer afghanische Finanzminister Omar Sachilwal machte seinen Standpunkt deutlich klar: Die internationale Gemeinschaft muss Afghanistan langfristige Milliardenhilfen zusagen. Wenn Sicherheit und Entwicklung des Landes gleichzeitig finanziert werden sollten, brauche die Regierung jährlich etwa sieben Milliarden Dollar aus dem Ausland, sagte der Minister vor der zweiten Petersberg-Konferenz in Bonn, die sich mit der Zukunft Afghanistans befasst.

„Afghanistan darf nicht vor eine Entscheidung zwischen diesen beiden Aufgaben gestellt werden“, mahnte Sachilwal in einem am Samstag veröffentlichten Interview der Nachrichtenagentur Reuters. „Wir müssen uns über die Konsequenzen klar sein, wenn die Regierung vor einer solchen Alternative steht.“ Afghanistan könne Polizei und Armee nach dem Abzug der internationalen Sicherheitskräfte nur mit Geld aus dem Ausland bezahlen, betonte Sachilwal. „Nach 2014 können wir die derzeitige Zahl der Einsatzkräfte nicht durchhalten - aus Kostengründen“, sagte er. „Langfristig wird sich die Zahl unserer Sicherheitskräfte verringern.“

Die Regierung habe den Finanzbedarf berechnet und sei zu einem ähnlichen Ergebnis gekommen wie die Weltbank in ihrer jüngsten Studie, sagte Sachilwal. „Wir wollen auf dieser Konferenz starke, glaubwürdige Zusagen unserer Partner für eine langfristige Unterstützung von Entwicklung und Sicherheit erhalten.“

Die internationale Gemeinschaft hat Afghanistan in den vergangenen zehn Jahren mit Milliardensummen unterstützt und berät am Montag in Bonn über ihr weiteres Vorgehen. Trotz der Hilfen beherrschen Gewalt und Armut noch immer den Alltag der rund 27 Millionen Menschen.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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  • :…….brauche die Regierung jährlich etwa sieben Milliarden Dollar aus dem Ausland, sagte der afghanische Finanzminister Omar Sachilwal vor der zweiten Petersberg-Konferenz in Bonn,
    Ja-nur der Ort wurde dafür nicht zutreffend ausgewählt. Der Ort müsste Washington heißen, der Verursacher der Afghanistankrise und -krieges ist nun einmal die USA bzw. sein ehem. Präsident Bush. Zwar heißt es nach dem Volksmund „mitgegangen, mitgehangen“. Aber die gebotene Hilfeleistung sollte für die deutsche Hilfe nicht fremdbestimmt werden, denn dieser Hilfe wird eine „unendliche Geschichte“ folgen.

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