Finanzminister bald neuer Parteichef?
Frankreichs Konservative setzen auf Sarkozy

Der Machtkampf um den Vorsitz der konservativen Regierungspartei UMP in Frankreich spitzt sich zu. Immer mehr Mitglieder der Basis sprechen sich offen für Finanzminister Nicolas Sarkozy aus. Er gilt als aussichtsreichster Kandidat für das im November neu zu besetzende Amt; seine Kandidatur hat er aber noch nicht angemeldet.

HB PARIS. Der Vorsitz der Partei ist eine wichtige Machtbasis für die Präsidentschaftswahlen 2007. Aus ihnen möchte Sarkozy als Gewinner hervorgehen und Staatspräsident Jacques Chirac beerben.

In der Sommerpause fliegen dem charismatischen Hoffnungsträger die Herzen der Partei zu. Von „Sarkomania“ spricht die Zeitung „Le Figaro“ und fragt: „Gibt es noch Sarkozy-Gegner in der Partei?“ Zumindest werden es immer weniger. Knapp 10 500 Unterschriften von Parteimitgliedern in 66 Departements haben seine Anhänger für ihn gesammelt. Im Süden „sind bereits nahezu alle unserer Mitglieder für Sarkozy“, versichert Bruno Gilles, stellvertretender Vorsitzender des größten Regionalverbandes der UMP in Bouches-du-Rhône.

Die Mobilmachung der Parteibasis könnte vorentscheidend sein. Denn die 140 000 Mitglieder der UMP wählen ihren neuen Parteichef direkt per Internet. Abstimmen werden sie vom 15. bis zum 21. November. 3 400 Unterschriften von Parteimitgliedern benötigt ein Kandidat, um antreten zu dürfen. Sarkozy hat schon dreimal soviel, noch bevor er seinen Hut öffentlich überhaupt in den Ring geworfen hat.

Viele in der Partei wenden sich inzwischen von Chirac ab. „In der Politik sollte man nicht an seinem Stuhl kleben. Es würde mich freuen, wenn Sarkozys Kandidatur für den Parteivorsitz ein Sprungbrett für die Präsidentenwahlen 2007 wäre“, sagte Thierry Lazaro, UMP-Verbandssekretär in Nordfrankreich, dem Handelsblatt.

Nach zwei herben Niederlagen bei den Regional- und Europawahlen im März und Juni hoffen die UMP-Anhänger, dass die nächsten Wahlen mit dem populären Sarkozy wieder zu gewinnen sind. „Wir wollen zeigen, dass er jemand mit Charisma und Kompetenz ist, der uns zu neuen Siegen führen kann“, sagte Lazaro. Selbst Chirac-Getreue schlagen sich auf Sarkozys Seite. Roselyne Bachelot, Sprecherin Chiracs für die Präsidentenwahlen 2002, hält Sarkozy „für den besten möglichen Kandidaten“. Und Umweltminister Serge Lepeltier befand jüngst: „Sarkozys Kandidatur ist absolut legitim.“

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