Finanzminister de Guindos
Spanien weist Bedarf für Hilfspaket zurück

Spaniens Finanzminister hat versichert, dass das Land kein europäisches Rettungspaket benötige. Seit Wochen wird spekuliert, ob das Land auch jenseits der Milliarden zur Bankenrettung noch Unterstützung benötigt.
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LondonDer spanische Finanz- und Wirtschaftsminister Luis de Guindos hat einem möglichen Antrag Spaniens auf Finanzhilfen erneut eine Absage erteilt. Sein Land brauche "überhaupt kein Rettungspaket", sagte de Guindos am Donnerstag in London. Während einer Rede an der Elite-Universität London School of Economics (LSE) sagte de Guindos, Spanien sei ein "wettbewerbsfähiges und lebendiges" Land.

Bereits zu Wochenbeginn hatte der konservative Ministerpräsident Mariano Rajoy beim Besuch des EU-Wirtschaftskommissars Olli Rehn versichert, Spanien brauche kein Rettungspaket. Rehn sagte dennoch, dass sich die EU für einen Hilferuf aus Madrid bereithalte. Rajoy scheut einen weiteren Antrag auf Hilfsgeld der Euroländer, nachdem diese der Regierung in Madrid bereits bis zu 100 Milliarden Euro für die Rettung der spanischen Banken zugesagt hatten. Bei der Annahme eines Rettungspakets würde das Land nicht mehr allein über seinen Haushalt bestimmen, sondern müsste sich von den Gläubigern Sparvorgaben diktieren lassen.

Spanien gilt dennoch als nächster Kandidat für Hilfen aus dem Euro-Rettungsfonds. Trotz umfangreicher Sparbemühungen ist die Lage düster: An den Märkten zahlt das Land hohe Zinsen für neue Schulden, die Arbeitslosenquote liegt bei 25 Prozent und die Wirtschaftskraft lässt nach, während die Finanzprobleme wachsen.

afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Finanzminister de Guindos: Spanien weist Bedarf für Hilfspaket zurück"

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  • Dann gebt denen auch nix und Antrag auf Abschirmung gibt's auch nicht!

  • @Rechner
    "Was kosten der Staat eigentlich diese "50.000 qualifizierte Arbeitsplätze im Energiebereich"?"
    Das kostet den Staat nichts, sondern er profitiert von den Energieforschungen, die von privaten Investoren bezahlt wurden, und werden.

    "Ein "Aufstocker", der seine Lohn nach spanischen Rezepten erhöht, ist nicht mehr wettbewerbsfähig und verliert seinen Job komplett."

    Und wenn der Staat das tut, kostet das den anderen Steuerzahlern was und wieviel bei fast 8 Millionen? Mit der Mehrwertsteuer dürfte sich dann immer noch nicht rechnen.
    Zahlt der Staat dann die heilige Kuh Wettbewerbsfähigkeit? Bei diesem Konzept ja, aber dafür gibts dann mal keine Rente. Wird die dann von der internationalen Wettbewerbsfähigkeit durch Bangladesh gezahlt? Oder zahlt der deutsche Staat den Kids die Ipods aus Süd-Korea und die Jeans aus Indien?

    Man kann es hin- und her rechnen, wenn ich mir einige heilige Kühe in der Marktwirtschaft ansehe, werden die solange gefüttert, bis sie zu fett sind zum Milch geben und um sich zu vermehren.
    Von welchen Lohnstückkosten redet denn Frau Merkel da immer so schön? Die für Ipods? Oder die für eine Jeans aus Fernost? Oder für das Zusammenschrauben von Laptops und Flatscreens und Autos?
    Mir hat bis jetzt noch niemand wirklich klarlegen können, wie eine Gesellschaft in der es nur noch für wenige Arbeit gibt und die "niedrige" Arbeit in Entwicklungsländer ausgelagert wird, ihre Lohnstückkosten denjenigen anpassen will, wie diese genau in den Ländern gezahlt werden, in denen man sich die Margen durch Kinder- und Sklavenarbeit zurechtschustern kann.
    Und das noch dazu Landraub in armen Ländern zuläßt um den Autofahrern ihren Sprit (Bio ist das nicht) aus Soja zu genehmigen, und diese kaum eine Chance haben sich auch nur solchen Ländern anzuschließen, die wenigstens schon Fabriken haben, in denen Arbeiter abbrennen.
    Irgendwann werden auch diese Staaten, die wir so stolz sind auf unsere Wirtschaft, kein Geld mehr dafür haben.
    Globalisierung - tse.

  • 'netshadow' sagt
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    Kommen die vielleicht mal auf die Idee ihre eigenen Löhne und Arbeitsmarktgesetze so hinzubekommen, das auch die fast 8 Mill Aufstocker von ihrer Arbeit leben können?
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    Ein "Aufstocker", der seine Lohn nach spanischen Rezepten erhöht, ist nicht mehr wettbewerbsfähig und verliert seinen Job komplett.

    Dann muß der Staat nicht nur die "Aufstockung" bezahlen, sondern "Vollhartz" nebst Miete.

    Genau wegen dieser Milchmädchenrechnung gibt es in Spanien 25% Arbeitslosigkeit und ein Staatsdefizit.

    Während in Deutschland die Arbeitslosigkeit 5% beträgt und der Staatshaushalt (fast) ausgeglichen ist.

    Also, nochmal überlegen: Welches Modell ist besser?

    +++

    'netshadow' sagt
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    Spanien schafft gerade bis zu 50.000 qualifizierte Arbeitsplätze im Energiebereich.
    Wo sind diese in Deutschland abzusehen?
    Ach, stimmt ja, dort wird noch "gewendet".
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    Ich gönne Ihnen ja Ihren zugezogenen Sangria-Patriotismus.

    Aber Spanien mit seiner Arbeitslosenrate von 25% als Vorbild für Deutschland in punkto Arbeitsmarktpolitik aufzublasen ist schon ein bißchen lächerlich.

    ...

    Was kosten der Staat eigentlich diese "50.000 qualifizierte Arbeitsplätze im Energiebereich"?

    Normalerweise rechnen sich subventionierte Arbeitsplätze nicht.

    Siehe deutsche Solarindustrie.

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