Finanzminister Frankreich rechnet weiter fest mit Euro-Bonds

Da kann Deutschland noch so dementieren - Frankreich bleibt weiter mehr als zuversichtlich, dass über kurz oder lang Euro-Bonds eingeführt werden. Aber noch gibt sich Bundesaußenminister Guido Westerwelle standhaft.
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Der französische Finanzminister Pierre Moscovici glaubt weiter fest an Euro-Bonds. Quelle: AFP

Der französische Finanzminister Pierre Moscovici glaubt weiter fest an Euro-Bonds.

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ParisNach dem jüngsten EU-Krisengipfel will Frankreich das deutsche Nein zu Euro-Bonds erst einmal akzeptieren. „Wir haben verstanden, dass es sich dabei um eine rote Linie handelt, die unsere deutschen Freunde im Augenblick nicht überschreiten können“, sagte Finanzminister Pierre Moscovici der Tageszeitung „Le Figaro“.

Er sei allerdings überzeugt, dass es im Zuge der „solidarischen Integration“ irgendwann zur Ausgabe von gemeinsamen Anleihen der Eurostaaten kommen werde. „Die Euro-Bonds bleiben eine Lösung, die wir langfristig verteidigen“, sagte Moscovici.

Bundesaußenminister Guido Westerwelle hat Euro-Bonds erneut strikt abgelehnt. "Deutschland kann nicht für die Schulden von ganz Europa haften", sagte Westerwelle am Montag im ARD-"Morgenmagazin". Dies sei nicht nur die Sicht der FDP, sondern auch der Bundesregierung. "Wir wollen eine Stabilitätsunion", betonte er. Dies habe Bundeskanzlerin Angela Merkel "klipp und klar gesagt", und dabei müsse es bleiben. Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) hatte im Bundestag die Einführung von Euro-Bonds in Zusammenhang mit dem Erreichen einer Fiskalunion gestellt und als eine Frage der Zeit bezeichnet.

Frankreichs neuer Präsident François Hollande hatte noch im Wahlkampf angekündigt, dass er sich im Falle eines Wahlsiegs nicht um „rote Linien“ der Bundesregierung scheren werde. „Es ist nicht Madame Merkel, die im Namen aller Europäer entscheidet“, sagte der Sozialist damals. Heute ist von Konfrontationskurs keinen Rede mehr. „Im Gegensatz zu dem, was hier und dort gesagt wird (...), sind die Beziehungen zwischen Berlin und Paris gut“, bekräftigte Moscovici. Es sei auch falsch zu sagen, dass Deutschland beim jüngsten EU-Gipfel gezwungen gewesen sei sich zu fügen.









  • dpa
  • rtr
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18 Kommentare zu "Finanzminister: Frankreich rechnet weiter fest mit Euro-Bonds"

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  • ....Frankreich rechnet weiterhin mit Eurobonds ?
    Ich rechne am Samstag mit 6 richtigen im Lotto !
    gez.walterwerner-shop.fineartprint.de

  • Gut erkannt. Andere für sich arbeiten lassen ist bei ehemligen Kolonialmächten erprobte Methode. ROT/GRÜN gehören als Dankeschön noch ein paar Areva-Atomkraftwerke vor die Nase gesetzt, an Rhein und Mosel.

  • Die Franzosen haben es gar nicht nötig, schnell zu handeln. Nach der nächsten Bundestagswahl, wenn ROT/GRÜN gewinnt, stehen unsere SPDler bereits am Steigbügel. Ökonomische Argumente wie hier zählen schon längst nichts mehr. Hier geht es um Machtpoltik. Und da sehen wir wie immer, schlecht aus. Beide Hände auf dem dem Rücken gebunden stehen wir im Boxring. Der EURO war und ist von Anfang an ein pfiffiges Projekt der Franzosen.

  • Hollande pokert weiter, daß er die Rechung for seine Wahlversprechungen an Deutschland weiterreichen kann.

  • CDU / CSU und FDP stimmen für Eurobonds!
    Im Kampf gegen die Euro-Krise hat das Europaparlament am Mittwoch den 13.06.2012 mit den Stimmen der deutschen EU-Abgeordneten von CSU, CDU und FDP die Einrichtung eines Schuldentilgungsfonds und mehr Initiativen zur Ankurbelung des Wachstums gefordert. Die EU-Volksvertretung mahnte einen "Fahrplan" für konkrete Maßnahmen zur Einführung von Euro-Anleihen an
    Auch Tagesschau v. 13.06.12
    http://mediathek.daserste.de/sendungen_a-z/4326_tagesschau/10832794_tagesschau-20-00-uhr?buchstabe=T

  • Wie kann ein seriöses Blatt, wie das Handelsblatt, solche antisemitischen und primitiven Leserbriefe wie vom "Elitenhasser" veröffentlichen ?... Ich bin konservativ-liberaler Einstellung und es widert mich an, dass im Kontext der europäischen Krise, wieder mal von gewissen deutschen Elementen die "Juden" als Suendenboecke vorgeschoben werden, nur weil die europäischen Politiker, aller Laender, es anscheinend nicht auf die Reihe bekommen. Von Ihrer Zeitung hätte ich anderes erwartet. Auch Meinungsfreiheit braucht nicht unter die Gürtellinie zu gehen. Eine Schande solche Kommentare wie vom "Elitenhasser" zu veröffenlichen.

  • Es ist mir ein Rätsel, wie ein halbwegs intelligenter Mensch so an Eurobonds festhalten kann. Natürlich war die Idee als spontaner Vorschlag nachvollziehbar, aber selbst mir als Laien offenbart sich bei analytischem Nachdenken: Die am Geldmarkt zu entrichtenden Zinsen orientieren sich hauptsächlich an der Bonität des Schuldners, diese setzt sich u.a. aus der Zahlungsmoral in der Vergangenheit, Leistungsfähigkeit, vorhandener und zu erwartender Liquidität und Vermögen sowie dem Verlustrisiko in der Zukunft zusammen. Auch, wenn Garantiezusagen nicht 1:1 in diese Berechnungen einfließen, ist doch vorhersehbar, dass ab einer bestimmten Last die Bonität Deutschlands leidet und sowohl für deutsche Anleihen als auch für die Eurobonds die Zinslast ansteigen wird! Es wird aber wieder einmal nur Zeit unerschwinglich teuer erkauft um die Realisierung notwendiger Reformen aus innenpolitischen Gründen zu verzögern. Das Problem ist, dass diese Reformen um so konsequenter und härter durchzuführen sind, je später sie erfolgen. Die Folgen wage ich nicht, mir vorzustellen.

  • Muscovici: Er sei allerdings überzeugt, dass es im Zuge der „solidarischen Integration“ irgendwann zur Ausgabe von gemeinsamen Anleihen der Eurostaaten kommen werde.

    Wenn man das liest, dann vergeht einem die Lust auf irgendeine Form von Integration. Hat der Mann auch nur einen ganz kleinen Funken Respekt vor seinem Nachbarn oder wann wird Frankreich jetzt endlich mal aufhören immer noch mehr zu fordern? Geld ist eine endliche Masse. Aber scheinbar ist das in Frankreich anders.

  • Dieser Hollande verfolgt doch kommunistische Ideen. Verallgemeinerung der Schulden (Euro-Bonds) das passt natürlich gut in seine Denkweise. Erschreckend ist allerdings, das seine Denkweise Zuspruch bei der SPD und den Grünen findet. In Frankrecih gipfelt es darin, daß das Rentenalter der Franzosen auf 60 Jahre gesenkt wird, während wir bis 67 Jahrte arbeiten müssen. Anscheinend kommt die Dampfplauderei von Gabriel, Trettin und Genossen bei einigen Leuten gut an.

  • Weg mit dem EURO!
    Weg mit dieser Transferunion EU!
    Übrigens, hoffentlich weiss die SPD Troika, daß nicht nur in Paris das T........papier knapp ist sondern auch in Rom und Madrid!
    PS: Spendiert Trittin doch eine Reise zum Mao-Mausoleum nach Peking zur Erinnerung an Studienzeiten.

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