Finanzminister in Washington
G-7 mit Aktionsplan gegen Finanzkrise

Die sieben führenden Industrieländer (G-7) wollen mit einem umfassenden Aktionsbündel von Politik, Finanzbranche und Aufsichtsbehörden die weltweite Finanzkrise eindämmen.

HB WASHINGTON. Die G7- Finanzminister stimmten bei ihrem Treffen in Washington einem umfassenden Aktionsbündel zu. Die kurzfristigen Schritte sollen bereits binnen 100 Tagen umgesetzt werden, die mittelfristigen bis zum Ende des Jahres. Damit solle die Widerstandsfähigkeit des globalen Finanzsystems auch auf lange Sicht gestärkt, Vertrauen zurückgewonnen und zudem die Marktfunktion verbessert werden. Der Beschluss sei „konkret, einheitlich und zeitnah“, sagte Bundesfinanzminister Peer Steinbrück.

Die vom US-Immobilienmarkt ausgehende Krise hat sich zur Belastungsprobe für das globale Finanzsystem und die weltweite Wirtschaft mit noch nicht absehbaren Folgen entwickelt. Der IWF befürchtet sogar weltweit Verluste von fast einer Billion US-Dollar. Auf kurze Sicht fordern die G7 von Banken unter anderem die vollständige Offenlegung von Risiken und Abschreibungen. Finanzhäuser sollten zudem ihr Risikomanagement verbessern und falls nötig ihre Kapitalbasis stärken, auch die Finanzaufsicht solle gestärkt werden, erklärten die Minister und Notenbankchefs am Vorabend der gemeinsamen Frühjahrstagung von Internationalem Währungsfonds (IWF) und Weltbank an diesem Wochenende.

Die Turbulenzen in den globalen Finanzmärkten seien noch immer nicht ausgestanden und dauerten länger, als zunächst angenommen, heißt es in der G7-Erklärung weiter. Bundesbankpräsident Axel Weber bezifferte den Umfang der Abschreibungen und Wertberichtigungen der 47 großen, international operierenden Banken als Folge der Finanzmarktkrise in den vergangenen 15 Monaten auf insgesamt rund 225 Milliarden US-Dollar (rund 142 Mrd Euro). Seinen Angaben zufolge entfallen davon auf Deutschland rund 30 Milliarden Dollar. „Deutschland liegt deutlich hinter den USA und der Schweiz auf Platz drei“, betonte er. „Ich glaube, dass wir einen deutlichen Teil der Belastungen hier bereits gesehen haben.“

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