Finanzminister loben Reformen in Chinas Währungspolitik
G-7: Hoher Ölpreis bedroht Weltwirtschaft

Die sieben führenden Industriestaaten (G-7) sehen in dem hohen Ölpreis eine wachsende Bedrohung für die Weltwirtschaft und fordern eine Steigerung der Ölproduktion.

HB WASHINGTON. Die Finanzminister und Notenbankchefs aus Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien, Kanada, Japan und den USA begrüßten in der Abschlusserklärung ihres Treffens am Freitag in Washington die jüngsten Reformen in Chinas Währungspolitik. Sie vereinbarten ein zusätzliches Treffen im Dezember in London.

Der Ausblick für das Wachstum der Weltwirtschaft sei zunächst unverändert positiv, teilten die G-7-Finanzminister in ihrer Abschlusserklärung mit. „Hohe Energiepreise, steigende weltweite wirtschaftliche Ungleichgewichte und wachsender Protektionismus trüben aber den Ausblick“.

Nach Beratungen über die Risiken durch die gestiegenen und stark schwankenden Ölpreise appellierten die Minister an die Erdöl produzierenden Länder, zusätzliches Öl bereitzustellen. Sie forderten außerdem eine Steigerung der Investitionen in Forschung und Erschließung von Ölfeldern sowie in Raffinerien.

Außerdem verlangten sie eine größere Transparenz auf den Ölmärkten. Die steigenden Ölpreise werden weltweit, besonders aber in den Industrieländern mit Sorge verfolgt. EZB-Präsident Jean-Claude Trichet warnte, der starke Anstieg in den vergangenen 18 Monaten werde sich „sehr deutlich“ auf das Wirtschaftswachstum der Euro-Zone der nächsten drei Jahre auswirken. Der Effekt des höheren Ölpreises werde das Wachstum wohl um rund ein Prozent schmälern.

Weitere Schritte von China gefordert

Die G-7 begrüßte die jüngsten chinesischen Währungsreformen. Sie forderte aber weitere Schritte von der Regierung in Peking. Die Handelspartner von China und vor allem die USA wünschen seit längerer Zeit eine deutliche Aufwertung der chinesischen Währung, damit Exporte günstiger und zugleich chinesische Importe teurer werden.

Am Freitag hatte die chinesische Zentralbank die Schwankungsbreite für den Kurs der Landeswährung Yuan zu allen Währungen außer dem Dollar ausgeweitet und damit einen weiteren Schritt zur Liberalisierung des Wechselkurssystems unternommen. Ende Juni hatte China die Kopplung seiner Währung an den Dollar gelockert. Seither kann sich der Yuan in engen von der Zentralbank kontrollierten Grenzen zu einem Korb aus mehreren Währungen bewegen. Dies bedeutet eine minimale Aufwertung.

Die G-7-Finanzminister und -Notenbankchefs wollen im Dezember in Großbritannien ein zusätzliches Treffen abhalten. Ein genaues Datum muss noch festgelegt werden, wie Finanzstaatssekretär Caio Koch-Weser am Freitag in Washington vor Journalisten sagte. Ein US-Vertreter sagte, das zusätzliche Treffen sei auch deswegen angesetzt worden, um dem Anfang nächsten Jahres nach 18 Jahren aus dem Amt scheidenden US-Notenbankchef Alan Greenspan eine Ehre zu erweisen.

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