Finanzminister räumt Vorteile für US-Firmen ein: Irak lädt deutsche Investoren ein

Finanzminister räumt Vorteile für US-Firmen ein
Irak lädt deutsche Investoren ein

Die irakische Regierung hat deutsche Firmen zu Investitionen im Land aufgefordert. „Viele deutsche Unternehmen sind seit Jahren hier“, sagte der irakische Finanzminister Kamil al-Gailani in einem Gespräch mit dem Handelsblatt. „Und die Iraker wollen, dass die Deutschen kommen.“

BAGDAD. Dies sei auch schon vor der geplanten Übergabe der Teilsouveränität an den Irak zur Jahresmitte möglich. „Wenn wir eine bestimmte deutsche Firma hier haben wollen und dies begründen können - warum sollte dieses Unternehmen dann nicht den Zuschlag erhalten?“, fragte Gailani.

Der Finanzminister räumte zwar ein, dass die politische Seite bei der Auftragsvergabe eine Rolle spiele. Hier seien derzeit noch jene Firmen im Vorteil, die aus Ländern der Kriegskoalition stammten. „Aber wenn es darum geht, die beste Lösung für den Irak zu finden, dann denke ich schon, dass wir deutsche Firmen hier haben werden“. Gailani verwies dabei auf das Beispiel der Firma Siemens, die bereits mit dem irakischen Gesundheitsministerium u.a. einen Vertrag über die Lieferung von Medizinausrüstungen abgeschlossen habe. Der Finanzminister warnte aber auch: „Die deutschen Unternehmen sollen mit einem Engagement nicht warten, bis die Sicherheitslage im Irak zu 100 % geklärt ist“.

Einfacher haben es derzeit im Irak indes jene deutsche Unternehmen, die etwa über eine Tochterfirma oder ein Joint Venture in einem Land der Kriegskoalition aktiv werden. So gilt etwa der Kraftwerksbauer Siemens Westinghouse, der an Standorten in den USA mehrere zehntausend Mitarbeiter beschäftigt, aus Sicht der USA bereits als amerikanische Firma.

In einem solchen Fall ist auch eine Beteiligung als „prime contractor“ möglich. Für Unternehmen mit rein deutschem Firmensitz ist eine Bewerbung als Hauptauftragnehmer zumindest für die erste Tranche der Wiederaufbaumittel ausgeschlossen. In dieser ersten Phase werden 7 Mrd. $ von den insgesamt 18,6 Mrd. $ vergeben. Knapp zwei Milliarden Dollar davon fließen in die Bereiche Elektrizität und Kommunikation - Felder, auf denen deutsche Anbieter zum Zug kommen könnten.

Seite 1:

Irak lädt deutsche Investoren ein

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%