Finanzminister Stournaras
Griechenland kommt bei Sparkurs voran

Eine Etappe auf dem Weg zur Stabilität ist geschafft: Griechenland erwirtschaftet in diesem Jahr einen Haushaltsüberschuss. Die Regierung muss weitere Bedingungen erfüllen, um zusätzliche Hilfen zu bekommen.
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AthenGriechenland erreicht bei seinem Sparkurs ein wichtiges Zwischenziel. In den ersten neun Monaten erwirtschaftete das Land einen Haushaltsüberschuss, wenn die Zinszahlungen herausgerechnet werden, wie Vize-Finanzminister Christos Stournaras am Donnerstag mitteilte. Der Zentralhaushalt des Landes liege um 2,6 Milliarden Euro im Plus, ohne Einmalzahlungen der Europäischen Zentralbank bleibe immer noch ein Primärüberschuss von 1,1 Milliarden Euro. Damit ist das Land auf einem guten Weg, die Sparziele zu erreichen, die Voraussetzung für mögliche zusätzliche Finanzhilfen im kommenden Jahr sind.

Im Gesamtjahr 2013 strebt die Regierung in Athen einen Überschuss auf Staatsebene vor Zinszahlungen von 0,2 Prozent der Wirtschaftsleistung an. Die internationalen Geldgeber des Landes haben einen Primärüberschuss im griechischen Haushalt zur wesentlichen Voraussetzung erklärt, um gegebenenfalls 2014 weitere Hilfen zu gewähren. Allerdings unterscheidet sich die Berechnungsgrundlage dieser Zielvorgabe von den nun vorgelegten Budgetzahlen, die deswegen nur als Indikator für die Entwicklung der griechischen Finanzen gelten können.

Der Internationale Währungsfonds (IWF) sagt Griechenland für 2014 eine Rückkehr zu Wachstum voraus. Die Lage am Arbeitsmarkt ist jedoch weiterhin schwierig, die Arbeitslosenquote ist mehr als doppelt so hoch wie im EU-Durchschnitt. Im Juli lag sie nach Angaben der nationalen Statistikbehörde ELSTAT bei 27,6 Prozent, im Juni waren es mit 27,5 Prozent kaum weniger. Mehr als jeder zweite Jugendliche ist ohne Job. Die hohe Arbeitslosigkeit ist eine Folge der lange andauerenden Rezession in Griechenland und der massiven Sparanstrengungen in den vergangenen Jahren.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Finanzminister Stournaras: Griechenland kommt bei Sparkurs voran"

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  • immer wenn man der Welt versucht einzureden dass es voran geht, gerade in Griechenland ist absolute Vorsicht angesagt. warum? weil sie dennoch gerettet werden müssen, ein Schuldenschnitt ansteht, und Anleihen auf 50 jahre gestreckt werden solllen und, und und. an der Börse würde mich ein plötzlicher Crasch überhaupt nicht wundern.

  • Alltag in GR
    Ein höherer Gewerkschafter hat vergeblich versucht, die Leitung eines Athener Krankenhauses zu erpressen.
    Unter der Androhung eines kostenintensiven Streiks wollte er 50.000,-€ erpressen. Zum Schein ging die Verwaltungschefin des Krankenhauses darauf ein. Er vereinbarte einen Termin mit ihr in ihrem Haus. Dort übergab sie ihm die markierten Scheine, die sie von der bereits informierten Polizei erhalten hatte. Beim Verlassen des Gebäudes wurde der Mann festgenommen.
    DAS ist nun wirklich einmal eine echte Verbesserung! Früher war es völlig normal, ja geradezu üblich, seine anliegen durch Erpressung bzw. Mittels Fakelaki durchzusetzen. Dagegen ist es heutzutage schon deutlich riskanter, solche Geschäfte durchzuführen.
    In einigen Behördenbereichen allerdings haben die angezogenen Daumenschrauben lediglich bewirkt, dass die “Preise” angestiegen sind und die Angelegenheit diskreter abgewickelt wird.

  • Stournaras, der griechische Vize-Finanzminister, fordert die Herausgabe der Personalliste des gesamten Bildungsbereichs. Denn die Troika fordert dort Kürzungen. Weil aber die entsprechende Behörde die Auffassung vertritt, die evtl. Stellenstreichung sei mit der griechischen Verfassung nicht vereinbar und außerdem sei bereits genug gekürzt worden, verweigert sie die Herausgabe dieser Liste.
    Stournaras gab zur Begründung an, es könnten keinerlei Reformen durchgeführt werden, wenn die Personalliste nicht vorläge.
    Im gesamten Bildungsbereich (Schulen, Universitäten etc.) sollen offenbar Stellen gestrichen werden. Schulen beschäftigen z.B. Pausenaufsichten, Reinigungskräfte, Verkäufer in Kiosken u.ä.. Auch diese Stellen stehen jetzt zur Debatte.
    Die Sache zeigt, dass griechische Minister sich in ihren eigenen Behörden nicht durchsetzen können. Wie will man denn da noch von Reformen sprechen!

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