Finanzminister-Treffen: Mehr Zeit für Irland und Portugal?

Finanzminister-Treffen
Mehr Zeit für Irland und Portugal?

Bei der Rückkehr an den Kapitalmarkt könnte es bei Irland und Portugal kräftig ruckeln. Um das zu verhindern, könnte die Euro-Zone den Ländern nun entgegen kommen. Dabei geht es um die Rückzahlungsfristen von Krediten.
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BerlinIrland und Portugal können damit rechnen, für die Rückzahlung ihrer milliardenschweren Hilfskredite mehr Zeit zu bekommen. Nach Informationen des Handelsblatts wollen die Euro-Finanzminister am Montag in Brüssel über einen Aufschub bei der Tilgung beraten.

Gegenstand der Diskussion sei „eine mögliche Verlängerung der Rückzahlungsfristen für einzelne EFSM- und EFSF-Darlehen, um Finanzierungsspitzen in den Folgejahren nach Programmende zu glätten“, heißt es in einem Papier des Bundesfinanzministeriums, das dem Handelsblatt vorliegt.

Die Bundesregierung ist zu kleineren Zugeständnissen bereit. Es dürfe aber keine wesentlichen Änderungen der Rettungsprogramme geben, wurde in Regierungskreisen betont. Dem müsste nämlich der Bundestag zustimmen. Eine Abstimmung im Plenum will Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) im Wahljahr nicht.

Irland muss Ende des Jahres wieder an den Kapitalmarkt, Portugal im kommenden Jahr. Das Problem ist: Dann müssen die Länder nicht nur anfangen, die Hilfskredite zurückzuzahlen, sondern auch auslaufende Staatsanleihen refinanzieren. Dadurch kommt es zu Belastungsspitzen. Um die Rückkehr an den Kapitalmarkt nicht zu gefährden, dürfte die Euro-Zone Irland und Portugal entgegenkommen.

Eine Entscheidung soll am Montag aber noch nicht fallen. Bei dem Treffen der Finanzminister soll über verschiedene Modelle einer Laufzeitverlängerung diskutiert werden. Basis sind Vorschläge der EU-Kommission und des dauerhaften Rettungsfonds ESM. Die halten eine Verschiebung der Rückzahlungen innerhalb des Tilgungsplans für denkbar, um die Belastungsspitzen zu glätten.

Eine weitere Option ist, die Rückzahlungen um zweieinhalb, fünf oder mehr Jahre zu verschieben, berichten Kenner der Vorschläge.

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  • PAPPERLAPAPP - GRIECHENLAND IST PLEITE,
    PORTUGAL UND IRLAND AUCH!
    Tja, das wäre ja was: Eine europaweite äquipotente zeitgleiche hundertprozentige Schuldabschreibung zur
    Systemrettung desolat verschuldeter Staaten.
    - Ein Traum für Träumer!
    Eine weitere Strategie wäre die zeitgleiche europaweite Wahl zu diesem Thema. - Dann wäre der Spuk schnell vorbei.
    Zum einen gehe ich davon aus, daß einige hier sich die Zahlen des ifo-Instituts und der BIZ einfach mal der umständehalber mal ansehen, um wahrzunehmen, daß die berufene ewige Neuknäuelung eines Gordonschen Knotens nicht eintreten wird.
    Und das eine Radikalisierung aller (!) Gesellschaften Europas eintritt, weil eben das Überschreiben eines Reichtums reicher Länder an arme Länder nur zur Folge hat:
    ALLEN GESELLSCHAFTEN DER EU GEHT
    ES KONTINUIERLICH SCHLECHTER!

  • Das Problem an der ganzen Sache ist doch, dass es in unserem Land noch zuviele Leute gibt, denen es im Moment noch zu gut geht. Diese Mehrheit wird erst aufwachen, wenn sie merken das nichts mehr von dem schönen Leben vorhanden ist doch dann ist es zu spät.

    Weiterhin ist es doch so, dass die Leute in Foren oder Blogs viel schreiben können, aber wenn es darauf ankommt und man auf die Straße müsste verstecken sich alle zu Hause hinter dem Vorhang und warten was mit denen passiert die auf die Straße gehen. Erst wenn die sehen, dass wirklich Leute auf der Straße stehen kommen sie aus den Ecken hervor und machen mit. Das ist traurig.

  • ...mehr Zeit kostet nur mehr (Bundesbürger-)Geld, insofern was soll das ?

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