Finanznot: Nato-Bündnis will Truppen stärker verzahnen

Finanznot
Nato-Bündnis will Truppen stärker verzahnen

Wo das Geld fehlt, müssen Abteilungen zusammengelegt werden, um Synergien zu schaffen. Dieser umstrittene Grundsatz scheint sich nun auch in der Nato durchzusetzen. In München wurde besprochen, wie das klappen kann.
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MünchenDie Nato muss sich nach den Worten ihres Generalsekretärs Anders Fogh Rasmussen enger verzahnen, wenn sie in Zeiten knapper Kassen schlagkräftig bleiben will. Die Stärke der Militärallianz messe sich nicht nur daran, wie viele Truppen oder Stützpunkte sie habe, sondern auch daran, wie eng sie zusammenarbeite, sagte er am Wochenende auf der Münchner Sicherheitskonferenz.

Auch US-Verteidigungsminister Leon Panetta warb für das Konzept der „Smart Defence“, also der stärkeren Bündelung von Aufgaben innerhalb der Allianz, das die Nato bei ihrem Gipfel im Mai in Chicago beschließen will. Dies dürfe aber keine Ausrede für Einsparungen bei den nationalen Armeen sein, warnte Panetta. Gerade Europa müsse weiter in seine Streitkräfte investieren.

US-Außenministerin Hillary Clinton versicherte den europäischen Verbündeten, die USA würden sich trotz ihrer strategischen Neuausrichtung und verstärkten Präsenz in Asien nicht von Europa abwenden.

Die Krise in Syrien, die in einen Bürgerkrieg umzuschlagen droht, war ein weiteres zentrales Thema des wohl wichtigsten sicherheitspolitischen Treffens der Welt. Clinton und ihr deutscher Amtskollege Guido Westerwelle scheiterten jedoch mit dem Versuch, den russischen Außenminister Sergej Lawrow von der Blockade der UN-Resolution gegen Syrien abzubringen.

Tunesiens Regierungschef Hamadi Dschbeli rief die arabischen Nationen in München dazu auf, die Beziehungen zu Syrien abzubrechen. „Das syrische Volk erwartet von uns heute keine langen Erklärungen und Verurteilungen, sondern es erwartet Taten“, erklärte er.

Die Nato setzt unterdessen auf eine engere Kooperation, um das Schrumpfen der Wehr-Etats als Konsequenz der Finanzkrise wettzumachen. Als Beispiel für die mangelnde Verzahnung der Armeen im Bündnis nannte Rasmussen Probleme während des Libyen-Kriegs. Damals habe sich herausgestellt, dass die amerikanischen F-16-Jets, die sein Heimatland Dänemark einsetzt, keine französische Munition verschießen könnten. Deshalb werde nun ein Munitionsadapter erprobt, um das Problem zu beseitigen.

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Rasmussen will „Ausrüstung effektiv nutzen“

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