Finanzskandal in Salzburg: Spekulation mit Steuergeldern

Finanzskandal in SalzburgSpekulation mit Steuergeldern

340 Millionen Euro sind dem Land Salzburg durch riskante Swap-Geschäfte verlorengegangen. Nun bemühen sich die Beteiligten um Schadensbegrenzung - und schießen sich auf eine Landesbeamtin ein.
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Das Land Salzburg gehört sicherlich zu den schönsten Regionen in Österreich. Da ist die Stadt Salzburg, mit Mozart und Festspielen ein Touristenmagnet ersten Ranges. Und da ist die Umgebung mit Bergen und bestens präparierten Skipisten in Saalbach-Hinterglemm oder am Hochkönig.

Doch von einem Tag auf den anderen hat die Salzburger Postkarten-Idylle gewaltige Risse bekommen. Dem kleinen Bundesland in Österreich mit gut 500.000 Einwohnern droht auf einmal die große finanzielle Schieflage. Monika Rathgeber war noch bis vor wenigen Tagen eine allseits geschätzte Finanzexpertin in der Salzburger Landesverwaltung. Die 45-jährige Juristin leitete das Referat Budgetangelegenheiten und war damit für die Vermögensverwaltung des Landes verantwortlich. Heute ist Monika Rathgeber entlassen, bei der Staatsanwaltschaft liegt die Strafanzeige gegen sie vor. Ermittler haben inzwischen die Büros in der Landesverwaltung durchsucht.

Nicht nur Salzburg ist in Aufruhr, sondern gleich ganz Österreich und auch die Regierung in Wien. Die ehrgeizige Beamtin aus der Salzburger Landesverwaltung soll 340 Millionen Euro mit spekulativen Fremdwährungs-Swaps verspielt haben. „Sie hat die Politik getäuscht, sie hat den Landesrechnungshof und alle Kontrollinstanzen getäuscht“, wirft der stellvertretende Landeshauptmann (Ministerpräsident) David Brenner der entlassenen Referatsleiterin vor. Für das kleine Land Salzburg ist der Verlust von 340 Millionen Euro eine echte Bedrohung: Der ganze Landesetat hat gerade einmal ein Volumen von gut zwei Milliarden Euro.

Monika Rathgeber wird vorgeworfen, dass sie seit Jahren Verluste aus Fremdwährungsgeschäften in den Büchern der Salzburger Landesverwaltung versteckt habe. Im Jahr 2006 habe es das erste Mal Probleme mit isländischen Papieren gegeben, in die die Referatsleiterin mit Landesgeldern investiert hatte. Um die Verluste zu kaschieren, sei sie in noch riskantere Papiere eingestiegen – und habe wieder verloren. Untreue wird der 45-Jährigen nicht vorgeworfen, mit den riskanten Geschäften habe sie nicht in die eigene Tasche gewirtschaftet. Vorgehalten wird der Frau allerdings, dass sie vom eigentlich für solche Geschäfte vorgeschriebenen Vier-Augen-Prinzip abgerückt sei und Unterschriften gefälscht habe. Ihre Geschäfte soll Frau Rathgeber auch über Frankfurt mit deutschen Instituten abgewickelt haben. Nach österreichischen Medienberichten war etwa auch die Deutsche Bank dabei.

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Spekulation mit Steuergeldern

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Das Schneeballsystem funktionierte nicht mehr

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  • Oh, nach dem Spiegel gestern springt slowly HB auf die Toppmeldung.

    Wer legte denn nun die Zensurius-Hand auf diese Info ? In Österreich war sie schon letzte Woche in aller Munde.

    In einer grvavierenen Finanzkrise ist wohl aus Sicht "gewisser interessierter Kreise" ein derartiger Sachverhalt eher von "zweitrangigem Interesse" !!!. Lässt tief in die "Krisenangstpsycho" blicken.

    Ob da noch weitere Überraschungen aus der Banker-Zockerbude Österreich/Südeuropa einschl. Ratingdowngrade kommen ?.

  • Die Wutbürgerrede der Schottermitzi ist auch
    nicht ohne.

    "Wenn die Mitzi in den Wald ruft, kraxeln
    auch die Hirsche auf die Bäume."

    Hochgeladen von kondomsteuer

  • Die im Artikel erwähnte Finanzministerin
    Maria Fekter wird auch "Schottermitzi" genannt.

    Y.tube-Video anschauen: "Niemand nennt mich
    MITZI/MIZZI/MIZI"

    Heiliger Strohsack - ist das eine Harke!

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