International

_

Finanzskandal: Prozess gegen Berlusconi wird verschoben

Im Übernahmekampf der italienischen BNL Bank soll Italiens ehemaliger Regierungschef Berlusconi vertrauliche Informationen öffentlich gemacht habe. Doch ein Prozess soll erst nach der Wahl stattfinden.

Silvio Berlusconi muss sich vorerst nicht vor Gericht verantworten. Quelle: Reuters
Silvio Berlusconi muss sich vorerst nicht vor Gericht verantworten. Quelle: Reuters

RomEin italienisches Gericht hat Medienberichten zufolge einem Antrag des früheren Regierungschefs Silvio Berlusconi auf die Verschiebung seines Prozesses auf die Zeit nach der Parlamentswahl im Februar stattgegeben. Die nächste Anhörung in dem sogenannten Unipol-Verfahren werde nun am 7. März stattfinden, berichteten italienische Medien am Donnerstag. Berlusconis konservative Partei Volk der Freiheit (PDL) ist mit der rechten Lega Nord eine Wahlallianz für die Wahlen am 24. und 25. Februar eingegangen.

Anzeige

Berlusconi wird in dem Verfahren vorgeworfen, vertrauliche Informationen zu einem Finanzskandal von 2005 öffentlich gemacht zu haben. Damals waren Unregelmäßigkeiten beim Kampf um die Übernahme der Bank BNL aufgetaucht. Im Zuge der Ermittlungen war ein Telefongespräch zwischen dem Chef des Versicherungskonzerns Unipol, Giovanni Consorte, und dem Mitte-links-Politiker Piero Fassino abgehört worden. Die geheimen Aufzeichnungen waren dann in Berlusconis Zeitung "Il Giornale" veröffentlicht worden.

Holding Fininvest Silvio Berlusconis Milliardenimperium

  • Holding Fininvest: Silvio Berlusconis Milliardenimperium
  • Holding Fininvest: Silvio Berlusconis Milliardenimperium
  • Holding Fininvest: Silvio Berlusconis Milliardenimperium
  • Holding Fininvest: Silvio Berlusconis Milliardenimperium

Im Prozess gegen Berlusconi unter anderem wegen Machtmissbrauchs, in den die Marokkanerin "Ruby" verwickelt ist, hatte ein Gericht in Mailand am Montag hingegen einen Antrag der Verteidigung auf Verschiebung abgelehnt. Die Anklage wirft Berlusconi vor, mit der Tänzerin Ruby Sex gehabt zu haben, als diese noch minderjährig war. Berlusconi soll zudem seine Macht missbraucht haben, um im Jahr 2010 Rubys Freilassung nach ihrer Festnahme durch die Polizei zu erreichen.

Steckbrief Silvio Berlusconi - der „Cavaliere“

  • Herkunft

    Geburtstag: 29. September 1936

    Geburtsort: Mailand

  • Familie

    Vater: Bankangestellter Luigi Berlusconi (1908-1989)

    Mutter: Rosa Bossi (1911-2008)

    Familienstand: getrennt lebend, seit 2009 in Scheidung

    Kinder: drei Töchter und zwei Söhne aus zwei Ehen

  • Studium

    1961 Jura-Examen mit Bestnote der Universität Mailand

  • Größe

    1,64 Meter

  • Spitzname

    „Cavaliere“ (Ritter, Kavalier)

  • Partei

    1994 Gründung der Forza Italia, 2008 neue Partei Popolo della Libertà (Volk der Freiheit)

  • Regierungschef

    Von Mai 1994 bis Januar 1995, dann von 2001 bis 2006, erneut zum Ministerpräsidenten gewählt am 8. Mai 2008. Im November 2011 trat Berlusconi nach einer langen Reihe von Skandalen zurück.

  • Besitz

    Rund 150 Firmen, darunter der Fußballverein AC Mailand

  • Vermögen

    Geschätzt auf mehr als sechs Milliarden Euro

  • Selbsteinschätzung

    „Mit mir kann sich keiner vergleichen, nicht in Europa und nicht in der Welt.“

  • 18.01.2013, 02:01 UhrIngenius

    Wenn die Aussage richtig ist "Ein Volk hat immer die Regierung, die es verdient", dann hatten die Italiener in der Zeit von Berliscona wohl nichts gutes verdient, sondern konnten den Sumpf mafiöser Strukturen genießen.
    In Amt und Würde sollten Regierungsmitglieder stehen, bei Berlusconi fehlte die Würde. Wenn die Italiener einen derartigen Gockel noch einmal wählen sollte, dann wird mir Angst um dieses Volk.

  • Die aktuellen Top-Themen
Nach Genfer Gesprächen: Ende der Ukraine-Krise nicht in Sicht

Ende der Ukraine-Krise nicht in Sicht

Überraschend liegt ein Friedensplan für die Ukraine auf dem Tisch – aber die Umsetzung bleibt unklar. Beide Seiten stellen Forderungen, die Regierung hält an dem Anti-Terror-Einsatz fest – die Fronten sind verhärtet.

Nach Kritik: Snowden verteidigt Auftritt in Putins TV-Show

Snowden verteidigt Auftritt in Putins TV-Show

Es war eine Überraschung, als Edward Snowden in der alljährlichen Frageshow von Wladimir Putin auftauchte. Gegen die Kritik nach seinem Auftritt verteidigte sich der Whistleblower in einem Gastbeitrag für den „Guardian“.

Machtkampf: Mehr Befugnisse für den türkischen Geheimdienst

Mehr Befugnisse für den türkischen Geheimdienst

Das Parlament verschafft dem türkischen Geheimdienst mehr Befugnisse. Weitergehende Abhör-Maßnahmen und Auslandseinsätze werden so ermöglicht. Die Opposition befürchtet, ausgespäht zu werden. Erdogan sichert seine Macht.

  • Konjunkturtermine
Konjunkturtermine: Wochenvorschau

Wochenvorschau

Die wichtigsten Ereignisse und Indikatoren in Europa und International