Finanzspritze Euro-Länder fordern von Griechenland weitere Anstrengungen

Griechenland erhält weitere Milliardenkredite – aber nicht sofort. Der Grund: Noch sind nicht alle Reformen umgesetzt, die die EU-Kommission und die EZB fordern. Zumindest werde die nächste Auszahlung vorbereitet.
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Der Euro-Rettungsfonds beginnt mit den Vorbereitungen für die Auszahlung einer weiteren Kredittranche an Griechenland. Quelle: dpa
EU-Hilfen

Der Euro-Rettungsfonds beginnt mit den Vorbereitungen für die Auszahlung einer weiteren Kredittranche an Griechenland.

(Foto: dpa)

BrüsselGriechenland bekommt die nächste Milliarden-Hilfe der Euro-Länder nicht sofort ausgezahlt. Das Land habe große Fortschritte bei seinen Reformen gemacht und die allermeisten Maßnahmen umgesetzt, teilten die Finanzminister der Euro-Staaten am Montagabend mit. Jedoch bedürfe es noch weiterer Anstrengungen seitens der griechischen Regierung. „Die Euro-Gruppe ruft die griechische Regierung auf, die ausstehenden vorrangigen Maßnahmen schnell umzusetzen.“ Der Euro-Rettungsfonds ESM beginne bereits mit der Vorbereitung für die Auszahlung der ersten Tranche im Februar. Insgesamt geht es nun noch um Hilfen von 6,7 Milliarden Euro.

Die Finanzminister der 19 Euro-Länder berieten zuvor mit Experten über die Freigabe. Bedingung für die Auszahlungen des Geldes ist die Erfüllung von 110 Reformschritten. Dies verlangen die EU-Kommission, die Europäische Zentralbank (EZB) und der ESM. Derzeit liege das Land bei 95, doch würden es ständig mehr, sagte EU-Wirtschaftskommissar Pierre Moscovici.

Um die Hürde zu nehmen, verabschiedete das griechische Parlament kürzlich neue Gesetze. Das Land selbst arbeitet sich langsam aus der Krise und konnte in den vorigen drei Jahren die EU-Finanzziele übertreffen. Die Ratingagentur S&P setzte vorige Woche die Bonitätsbewertung hoch. Bei der Bevölkerung ist davon aber noch nicht viel angekommen: Mit einer Quote von 21 Prozent ist die Arbeitslosigkeit in Griechenland so hoch wie in keinem anderen Euro-Land. Das Land hängt seit 2010 am Tropf internationaler Geldgeber. Das dritte Hilfspaket im Umfang von bis zu 86 Milliarden Euro läuft im August aus.

Geleitet wurde das Euro-Gruppentreffen erstmals vom neuen Chef Mario Centeno. Der portugiesische Finanzminister übernahm das Amt vor kurzem vom Niederländer Jeroen Dijsselbloem. Centeno gab auch Einblick in die nächste wichtige Personalentscheidung der Eurozone. Die EZB sucht nämlich einen neuen Vize-Präsidenten. Der Portugiese Vitor Constancio wird Ende Mai nach acht Jahren Amtszeit die Notenbank verlassen. Hier könnten die Mitgliedstaaten Kandidaten bis zum 7. Februar vorschlagen, sagte Centeno. Die Euro-Gruppe werde am 19. abstimmen. Danach müssten noch die Mitgliedsländer grünes Licht geben. Der gesamte Prozess soll bis Ende Mai abgeschlossen sein.

Spaniens Wirtschaftsminister Luis de Guindos ist bislang der einzig öffentlich bekannte Kandidat. Die Besetzung dürfte ein ganzes Personalkarussel in Gang setzen. Höhepunkt wird 2019 das Ringen um die Nachfolge von Notenbank-Präsident Mario Draghi.

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13 Kommentare zu "Finanzspritze: Euro-Länder fordern von Griechenland weitere Anstrengungen"

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  • Herr Agriopoulos,

    da ich neben lesen auch noch verstehen kann, habe ich Ihre "Wenn-Bedingung" durchaus richtig verstanden :)

    Insofern war Ihr letzter Kommentar nicht besonders erhellend.

    Aber dennoch ergebendsten Dank dafür, dass Sie sich zu einer Weiterung herabgelassen haben.

  • Herr Kabus,

    Wenn Sie wüssten, dann schwiegen Sie und würden sich nicht bei diesem Thema so ereifern bzw in die falsche Richtung laufen. Wärend Sie das Rad neu erfinden, sind andere schon längst über den Wolken und Sie nur nichtig und klein.

    :-)

  • Herr Aias Agriopoulos,

    sehr schön zu wissen, dass Sie wissen, was ich habe und nicht habe. Da brauche ich mir um mein Gedächtnis in Zukunft ja überhaupt keine Sorgen zu machen.

    "....viellricht der Dritte" Da halte ich es wie mit dem 5. Rad am Wagen - das 3. Rad am Fahrrad käme für mich nie in Frage.

  • Herr Hans Henseler! Ich freue mich immer, wenn man mich enttäuscht. Sie haben meine Sympathie.

    Bürger Peer Kabus. Ich heisse nicht nur so, ich sehe auch so aus, wie mein Name vermuten lässt. In erster Linie bin ich jedoch Mediterraneo ...und wenn Sie meine berufliche Qualifikation, meine Paideia und mein Wissen um historische Zusammenhänge hätten, dann wären Sie in unserem Bunde viellricht der Dritte.

  • Das jemand mit griechisch aussehendem Namen Interesse daran hat, Behauptungen eines Anderen, auch wenn die vollkommen unqualifiziert ist, zu unterstützen, kann man großzügig tolerieren.

    Wäre natürlich ebenso schön, wenn dieser Unterstützer ebenfalls tolerant ist, und nicht die faktische Wahrheit ablehnt, dass bei dem Schuldenschnitt 2012

    a) die KfW einen Steuergeldverlust zugunsten Griechenlands von 8 Mio. € verbuchen musste

    und – damit das nicht so kleinlich aussieht

    b) die verstaatlichte HRE über 8 Mrd. € zu verzeichnen hatte

    Das ist meine Antwort auf Denjenigen, der hier nicht zum 1. Mal in überheblicher Weise die meisten Foristen als absolut niveaulos bezeichnet. Es wäre unter meinem Niveau, meine Zeit mit einer weitergehenden Antwort zu verschwenden.

  • Hallo Herr Henseler,

    Deutschland hat die Griechenland Hilfspakete über Bürgschaften geleistet. Da die Bonität Griechenlands sehr schwach ist, hätte ein Wirtschaftsunternehmen hierfür Rückstellungen bilden müssen, bzw. die Handelnden hätten sich strafbar gemacht. So werden im Rahmen des Merkel Politiksystems Belastungen ohne Konsequenzen in die Zukunft geschoben.

    Griechenland hat stark negative € Targetsalden. Wäre Deutschland ein Wirtschaftsunternehmen...

    Des Weiteren ist Deutschland auch Geberstaat des IWF und geht auch auf dieser Schiene Risiken ein.

  • Herr Agriopoulos, die versammelte deutsche Wirtschafts- und Finanzelite nimmt am Forum
    nicht teil, weil der ueberwiegende Teil der Foristen absolut niveaulos ist. Ich zaehle mich
    nicht zur Finanzelite und schreibe gelegentlich um gewisse Beitraege nicht einfach hinzu-
    nehmen.

  • Herr Hans Henseler!

    Man sich Ihrer Frage nur andchließen. Vor wenigen Tagen war hier noch zu lesen, wie vielle Milliarden Deutschland an der Finanz- und Wirtschaftskrise der Südeuropäer verdiente.

    Offensichtlich liest die hier versammelte dt. Wirtschafts- und Finanzelite; die Speerspitze des dt. Geisteslebens, nur das was gefällt.

  • Wuerden die Foristen bitte erklaeren, was der deutsche Steuerzahler bisher fuer die
    Griechenlandkrise bezahlt hat?

  • Durch die komplett verfehlte Politik wird unser Land wirtschaftlich zerstört...nur sieht man das momentan nicht. Statt in Hoch-Zeiten für schlechte Zeiten Vorsorge zu leisten, schmeisst man das Geld mit vollen Händen aus dem Fenster. Nullzins, Staatsverschuldung, die nicht abgebaut wird (obwohl Geld dafür da ist), finanzielle Geschenke weltweit. Wehe wenn die Zinsen steigen und die Wirtschaft nicht mehr rund läuft. Wehe wenn dann die Steuereinnahmen sinken. Schon jetzt wird der Boden für weitere Steuererhöhungen bereitet: KFZ-Steuer dank neuer Verbrauchsnorm (warum wird hier nicht einfach die Berechnungsgrundlage angepasst statt wieder den Bürger zu schröpfen), Dieselsteuer (auch hier muss ja eine Angleichung nach französischem Vorbild nach oben erfolgen...warum nicht umgekehrt?), Mehrwertsteuer (im europäischen Vergleich sind wir wieder im unteren Mittelfeld)...und der Deutsche lässt sich brav alles gefallen. Griechenland? Nur eins von vielen Puzzlestückchen, die uns das Genick brechen werden.

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