Finanzwelt
Rettungspaket: Die Spannung steigt

Anleger, Börsenhändler, Banker - die gesamte Finanzwelt erwartet mit großer Spannung die Abstimmung im US-Repräsentantenhaus über den milliardenschweren Rettungsplan. Mittlerweile tut sich auch in Europa einiges.

HB WASHINGTON. Schwer wie Blei liegt die Anspannung auf den Finanzmärkten. An den Börsen tut sich nicht viel - in Deutschland sicherlich auch wegen des Feiertages, vor allem aber mit Blick auf die ausstehende Abstimmung. Nach intensiven Bemühungen, Gegner des staatlichen Rettungspakets bei den Republikanern und den Demokraten umzustimmen, zeigten sich zuletzt führende US-Demokraten optimistisch, im zweiten Anlauf eine Mehrheit zusammenzubekommen. Die erste Version war am Montag im Repräsentantenhaus gescheitert, die überarbeitete Fassung passierte am Mittwoch jedoch den Senat.

Die Vorsitzende des Repräsentantenhauses, Nancy Pelosi, ist überzeugt, dass es nun klappt. Der Kammer werde kein Entwurf vorgelegt, der nicht genügend Stimmen habe, sagte sie und rief die Abgeordneten nochmals eindringlich auf, den geänderten Entwurf zu verabschieden. Zur Begründung ihrer Forderung zog sie alle Register der Appellkunst: "Wenn wir nicht handeln, müssen hart arbeitende Amerikaner und Millionen Menschen mitansehen, wie sich der amerikanische Traum in Luft auflöst."

Am Montag hatten 133 Republikaner und 65 Demokraten gegen den 700 Milliarden Dollar umfassenden Rettungsplan von Finanzminister Henry Paulson gestimmt. Das überraschende Nein des Repräsentantenhauses hatte nicht nur eine Rekord-Talfahrt der US-Finanzmärkte ausgelöst, sondern gleichzeitig hektische Aktivitäten ausgelöst, das Paket doch noch zu retten.

Am Mittwochabend stimmte eine Mehrheit der Senatoren für den überarbeiteten Plan. Er ermöglicht es dem Staat, Banken faule Kredite im Umfang von bis zu 700 Milliarden Dollar abzukaufen. Um das Vertrauen der Bankkunden zu stärken, wurde die Garantiesumme für Bankguthaben erhöht: Diese soll von bisher 100 000 auf 250 000 Dollar pro Konto steigen. Als Zugeständnis an die republikanischen Kongress-Mitglieder sieht der Entwurf zudem Steuererleichterungen für Unternehmen und den Mittelstand vor.

Die Abstimmung wird nun spannend: Wegen dieser Zugeständnisse kündigten einflussreiche Republikaner, die am Montag im Repräsentantenhaus mit nein gestimmt hatten, nun ihre Zustimmung an. Die Steuergeschenke lassen das Rettungspaket jedoch um weitere 150 Milliarden Dollar anwachsen, was wiederum einige Demokraten dazu bewegen könnte, gegen den überarbeiteten Plan zu stimmen. Denn dieser würde zu einer noch höheren Staatsverschuldung führen.

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