Fischer fliegt zur Uno-Konferenz zum Nuklearen Nichtvertreitungsvertrag nach New York
Fischer will mit Annan Togo-Krise besprechen

Nach den Ausschreitungen in Togo will Bundesaußenminister Joschka Fischer am Montag mit Uno-Generalsekretär Kofi Annan in New York über eine Lösung der Krise in dem afrikanischen Land sprechen

HB BERLIN/LOME. Bereits am Samstag hatte Fischer die Übergriffe auf das deutsche Goethe-Institut in der Hauptstadt Lome als inakzeptablen gesetzlosen Gewaltakt verurteilt und eine umgehende Aufklärung gefordert. Fischer habe sich nun in einem Telefonat mit ein Vertreter der Wirtschaftsgemeinschaft Westafrikanischer Staaten (Ecowas) über die Lage in Togo unterrichten lassen, sagte eine Sprecherin des Außenministeriums am Sonntag. Eine Delegation der Ecowas war nach Togo gereist, um Gespräche mit Regierungs- und Oppositionsvertretern zu führen. Auch Vertreter Frankreichs und der USA sind bereits vor Ort, um in der dortigen Krise zu vermitteln.

Außenminister Fischer fliege im Laufe des Sonntags zu einer internationalen Konferenz zum Nuklearen Nichtverbreitungsvertrag nach New York. Am Uno-Sitz sei auch ein Treffen mit Kofi Annan geplant, sagte die Sprecherin. Bei dem Gespräch werde Togo „eine wichtige Rolle spielen“. Alle deutschen Staatsbürger in Togo waren am Samstag aufgefordert worden, das Land vorübergehend zu verlassen. Im Auswärtigen Amt wurde ein Krisenstab eingerichtet.

Auch Papst Benedikt XVI. zeigte sich über die Lage in dem westafrikanischen Land besorgt. Er rief am Sonntag zu einem Ende der Gewalt auf. „Heute fühle ich mich den Menschen in Togo nahe, die traurigerweise von innerem Unfrieden erschüttert sind“, sagte er vor 40 000 Gläubigen auf dem Petersplatz in Rom. Er bete für Harmonie und Frieden.

In Togo ist es nach der Präsidentenwahl zum Streit um die Macht im Lande gekommen. Die Opposition reklamiert den Sieg für sich, die Wahlkommission hat Faure Gnassingbe zum Wahlsieger erklärt. Er ist der Sohn des langjährigen Machthabers des Landes und hatte nach dessen Tod die Regierung zunächst ohne Wahlen übernommen. In Folge des Streits um den Wahlausgang war es zu gewaltsamen Auseinandersetzungen gekommen, bei denen rund 100 Menschen getötet worden sein sollen. Mehr als 11.500 der rund 5,5 Millionen Einwohner Togos sind nach Angaben der Vereinten Nationen (UN) wegen der Unruhen inzwischen in die Nachbarländer Ghana und Benin geflohen.

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