Fischer fordert mehr Druck auf sudanesische Regierung
Der Druck auf den Sudan wegen des Darfur-Konflikts wächst

Die Internationale Gemeinschaft ist von Papst Johannes Paul II. aufgefordert worden, den Konflikt in der westsudanesischen Region Darfur zu beenden. Bundesaußenminister Joschka Fischer forderte unterdessen dazu auf, den Druck auf sudanesische Regierung zu erhöhen.

HB CASTELDANDOLFO/BERLIN. „Der in den vergangenen Monaten verstärkte Krieg (in Darfur) hat mehr Armut, Verzweiflung und Tod gebracht“, sagte der Papst in seiner Sommerresidenz Castelgandolfo am Sonntag vor Pilgern in Einen Tag vor den Beratungen der EU-Außenminister drängte auch Bundesaußenminister Joschka Fischer zu weiterem Druck auf die sudanesische Regierung. Die Niederlande warnten hingegen vor Sanktionen gegen das Land, da diese mehr schaden als nutzen könnten. Australien erwägt, sich an einem UN-Friedenseinsatz im Sudan zu beteiligen.

Der Papst appellierte an die Regierung des Sudan, der Gewalt ein Ende zu bereiten, bei der nach Schätzungen der Vereinten Nationen (UN) fast 30 000 Menschen getötet und mehr als eine Million Schwarzafrikaner von den arabischen Dschandschawid-Milizen vertrieben wurden. In der vergangenen Woche hatte der Papst einen Abgesandten in die Region geschickt.

Fischer sagte im ZDF: „Wir werden den Druck weiter verstärken auf allen politischen Ebenen, die wir haben“. Der Sudan steht auf der Tagesordnung des Treffens der Außenminister der Europäischen Union (EU) am Montag in Brüssel. Nach Angaben des Auswärtigen Amtes stimmte sich Fischer in dieser Frage mit seinem US-Amtskollegen Colin Powell ab. Komme die sudanesische Regierung in Darfur nicht ihren selbst eingegangenen Verpflichtungen nach, seien UN-Sanktionen unausweichlich. Die USA haben einen Resolutionsentwurf im UN-Sicherheitsrat eingebracht, mit dem die Regierung in Khartum ultimativ aufgefordert werden soll, gegen die mordenden und plündernden Milizen in Darfur vorzugehen.

Der niederländische Außenminister Ben Bot sagte dagegen, es sei zu früh, Sanktionen gegen den Sudan wegen der Menschenrechtsverletzungen in Darfur zu verhängen. Er forderte bei einem Treffen mit seinem sudanesischen Amtskollegen Mustafa Osman Ismail am Samstagabend, die sudanesische Regierung müsse mehr tun, um die arabischen Milizen zu entwaffnen. Wenn sich die Situation in der Region nicht verbessere, werde die internationale Gemeinschaft aber Sanktionen verhängen.

Der australische Außenminister Alexander Downer sagte am Sonntag: „Es gibt gute Chancen dafür, dass wir einige Truppen in den Sudan schicken.“ Der UN-Sicherheitsrat müsse aber die nötigen Resolutionen für den Einsatz von UN-Truppen in dem afrikanischen Land noch ausarbeiten.

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