Fischer: "Mit Arafat geht eine Ära zu Ende"
Bundesregierung würdigt Arafats Verdienste

Die Bundesregierung hat die Verdienste des verstorbenen Palästinenserpräsidenten Jassir Arafat gewürdigt. Bundeskanzler Gerhard Schröder erklärte am Donnerstag, es sei Arafat nicht vergönnt gewesen, „sein Lebenswerk zu vollenden“.

HB BERLIN. Schröder hob in einem Beileidsschreiben an den palästinensischen Ministerpräsidenten Ahmed Kureia hervor: „Jassir Arafats Streben war Zeit seines Lebens darauf gerichtet, die Palästinenser in die Unabhängigkeit zu führen und einen souveränen, lebensfähigen palästinensischen Staat zu errichten.“

Außenminister Joschka Fischer mahnte nach dem Tod Arafats, alles für einen geordneten Machtübergang zu tun. „Von zentraler Bedeutung ist dabei eine durch baldige Wahlen legitimierte Führung, die einer gerechten Friedenslösung verpflichtet bleibt“, erklärte Fischer am Morgen in Berlin. Mit dem Tod Arafats habe das palästinensische Volk seinen historischen Führer verloren. „Eine Ära geht mit ihm zu Ende.“

Nach Fischers Worten wünscht die Bundesregierung dem palästinensischen Volk die Kraft, seinen Weg zu einem souveränen, unabhängigen und demokratischen Staat weiterzugehen, der friedlich und in anerkannten Grenzen Seite an Seite mit Israel lebe.

Die Fraktionsvorsitzenden der Grünen im Bundestag, Katrin Göring- Eckardt und Krista Sager, drückten die Hoffnung aus, dass die Nachfolge Arafats schnell geregelt werde. Arafats Tod dürfe „nicht zu einem Machtvakuum führen“. Von der neuen Palästinenser-Spitze gingen hoffentlich klare Signale gegen den Terror aus.

Die Bundesregierung hat sich nach dem Tod von Palästinenser-Präsident Jassir Arafat für zügige Wahlen ausgesprochen. Die Erklärung im Wortlaut:

„Mit dem Tod von Präsident Jassir Arafat hat das palästinensische Volk seinen historischen Führer verloren. Eine Ära geht mit ihm zu Ende. Unser Mitgefühl und Beileid gelten der Familie des Verstorbenen und dem palästinensischen Volk. Das Leben Jassir Arafats steht für die wechselvolle und tragische Geschichte des palästinensischen Volkes und des Nahen Ostens insgesamt. In ihm spiegelten sich die Hoffnungen vieler Menschen auf Frieden, immer wieder aber auch ihre Enttäuschungen und Rückschläge wider. Wir wünschen dem palästinensischen Volk in dieser Stunde die Kraft, seinen Weg zu einem souveränen, unabhängigen und demokratischen Staat weiter zu gehen, der friedlich und in anerkannten Grenzen Seite an Seite mit Israel lebt. Jetzt muss alles getan werden, um einen geordneten Machtübergang zu erreichen. Von zentraler Bedeutung ist dabei eine durch baldige Wahlen legitimierte Führung, die einer gerechten Friedenslösung verpflichtet bleibt.“

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