Fiskalklippe
Die Uhr tickt immer lauter

Die Kontrahenten suchen in Washington händeringend nach einem Kompromiss im US-Haushaltstreit. Die Zeit drängt. Bis Montagabend muss eine Lösung gefunden sein, sonst stürzen die USA über die "Fiskalklippe".
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WashingtonAm Sonntagmittag sollen Repräsentantenhaus und Senat zu Sondersitzungen zusammentreten, nachdem Vertreter der Demokraten und Republikaner bis tief in die Nacht verhandelten. Der von den Demokraten von Präsident Barack Obama dominierte Senat soll am Sonntag um 13 Uhr (19 Uhr mitteleuropäischer Zeit) zusammentreten, eine Stunde später das von den oppositionellen Republikanern beherrschte Repräsentantenhaus.

Mit ersten Abstimmungen wird erst am Abend gerechnet. Laut einem Bericht der "Washington Post" könnte die entscheidende Abstimmung im Senat für Montagmittag angesetzt werden – so dass das Repräsentantenhaus dann den Rest des Silvestertages die vom Senat verabschiedete Vorlage beraten und abstimmen könnte.

Beide Parteien müssen sich bis zum Silvesterabend auf einen Kompromiss einigen. Grund ist das Haushaltskontrollgesetz, das Republikaner und Demokraten 2011 nach einem erbitterten Budgetstreit beschlossen hatten. Wird bis zum 1. Januar 2013 keine Einigung zur Reduzierung des jährlichen Defizits erreicht, treten automatisch Steuererhöhungen und Einschnitte bei den Ausgaben in Kraft. Mit ihnen soll das jährliche Haushaltsdefizit um mehr als 500 Milliarden Dollar reduziert werden. Ökonomen befürchten, dass die USA über diese "Fiskalklippe" in eine Rezession stürzen und sich das auf die gesamte Weltwirtschaft auswirkt.

US-Präsident Obama zeigte sich verhalten optimistisch, dass es zu einer Einigung kommt. "Ich glaube, dass wir zu einer Einigung kommen, die beide Häuser rechtzeitig passieren kann", sagte er in seiner wöchentlichen Radioansprache. Zugleich warnte er, dass sich die USA "keine selbst zugefügte Wunde für unsere Wirtschaft leisten können". Wenn die Politiker in Washington versagten, "wird der Gehaltszettel von jedem Amerikaner kleiner", sagte Obama. Expertenrechnungen zufolge würden die Steuererhöhungen einen Mittelklasse-Haushalt durchschnittlich mit 2000 Dollar pro Jahr belasten.

Obama will zur Reduzierung des Staatsdefizits unter anderem Steuererhöhungen für Haushalte mit einem Einkommen von mehr als 250.000 Dollar jährlich durchsetzen. Die Republikaner verlangen dagegen Einschnitte bei den staatlichen Ausgaben, vor allem bei der Rentenversicherung und der Krankenversicherung für Senioren. Außerdem sind sie strikt gegen Steuererhöhungen.

Nach Informationen der "Washington Post" waren am Wochenende noch verschiedene Modelle in der Diskussion. Einem Modell zufolge könnten die Politiker die Einigungsfrist verstreichen lassen, woraufhin die Steuern automatisch steigen. Diese Anhebung könnte dann in den ersten Tagen des neuen Jahres teilweise per Gesetz wieder rückgängig gemacht werden. Damit wären die Steuern und in Folge die Einnahmen für den Staatshaushalt im neuen Jahr immer noch deutlich höher als im alten – jedoch ohne, dass die Republikaner formell Steuererhöhungen zugestimmt hätten.

afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur

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  • Wenn die USA ihre Staatschulden, gut 16 Billionen Dollar zurückzahlen würden und zwar immer pro Sekunde einen Dollar, dann brauchten sie rund fünfhunderttausend Jahre dafür. Völlig irrationale Zahlen, die USA werden nie zurückbezahlen, eher die gesamte Weltwirtschaft in eine Katastrophe reißen, auch Krieg ist nicht unwahrscheinlich.
    Solange wird man mit allen Tricks versuchen, die Mühle weiterlaufen zu lassen: Gelddrucken, andere dafür arbeiten lassen (z.B. Chinesen) und die Ressourcen der Erde gnadenlos ausplündern.

  • Für den Absturz braucht es nur ein Zündfunken und Fiscal Cliff wäre lediglich einer davon:
    Aktien sind Sachwerte, heißt es immer. Deswegen soll man JETZT kaufen, sagen alle. Doch ist es wirklich so? Wie viel Sache steckt denn so hinter den deutschen Bluechips, oder besser wie viel ideller und imaginärer Wert? Hier könnt ihr es sehen, denn ich habe mal mir die letzten Quartalsberichte angesehen und mir Eigenkapital und intangible Werte angesehen und diese gegenübergestellt. Obwohl ich mir ohnehin wenig werthaltige Bilanzen erwartete, war selbst für mich das derart geringe harte, d.h. tangible Eigenkapital der DAX-Konzerne erschreckend. Da Bank- und Versicherungsbilanzen das Ergebnis verfälscht hätten, da deren Bilanzsumme ein vielfaches der 26 übrigen Konzerne ist, habe ich diese nicht berücksichtigt. Zudem ist bei Banken und Versicherungen eigentlich kaum tangibles EK zu finden, da ich Derivate usw. auch recht imaginär sind.
    http://www.uploadarea.de/upload/sktee7ks14bx4ziae4g3uqo8d.html

  • ... allmählich wird es bunt. Wahrscheinlich sind gegen Ende des Jahres, also morgen alle Abgeordneten beider Häuser als "Ehrengäste" zum anschließenden Umtrunk eingeladen. Sie feiern sich halt immer wieder gerne als Retter der Nation oder Nationen.

    Oder kommt es doch anders, als gemeinhin die Dinge geregelt werden. Sehr wahrscheinlich werden auch diesmal einige dieser Lloyds im Filter kleben bleiben oder sie spielen nur die Reise nach Jerusalem, bleibt sich gleich. Wo Licht ist, da hat es auch Schatten und eine Menge Ameisen.

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