Fitness-Beratung
Schwarzenegger gibt lukrativen Nebenjob auf

Als Berater für Fitness-Magazine sollte Kaliforniens Gouverneur Arnold Schwarzenegger Millionen Dollar kassieren. Nun gab er überraschend seinen Rückzug aus dem Beratergeschäft bekannt. Der Druck seiner politischen Gegner und der Medien war zu groß geworden.

HB SAN FRANCISCO. Der Gouverneur von Kalifornien, Arnold Schwarzenegger, verzichtet auf ein Muskelspiel. Er werde seine Nebentätigkeit als Mit-Herausgeber und Berater für zwei Fitnessmagazine sofort aufgeben, teilte der frühere "Mr. Universum" am Freitag mit. Damit trat Schwarzenegger die Flucht nach vorne an, offenbar um einem Polit- und Mediensturm zu entgehen. Ein Skandal hätte seiner ohnehin angeschlagenen Popularität in Kalifornien wohl weiter geschadet. Wegen einer Millionengage als Fitness-Guru war der gebürtige Österreicher unter Druck geraten.

Es war bekannt geworden, dass Schwarzenegger 6,6 Millionen Euro für die Beratung zweier Fitnessmagazine über einen Zeitraum von fünf Jahren erhält. Eigentlich "Peanuts" für den Hollywoodstar, der für die letzte "Terminator"-Folge mehr als 25 Millionen Dollar kassierte. Nach kalifornischem Recht darf sich der Gouverneur zwar für Nebentätigkeiten bezahlen lassen. Eine kalifornische Senatorin hatte aber einen Interessenkonflikt befürchtet und Schwarzenegger aufgefordert, seine Geschäftsverbindungen mit den Magazinen "Muscle and Fitness" und "Flex" abzubrechen.

Zunächst hatte Schwarzenegger den Vorwurf eines Interessenkonflikts zwischen Politik und Beratung weit von sich gewiesen. Er werde die langjährige Zusammenarbeit mit den Sport-Magazinen nicht beenden, hatte er verlauten lassen. Doch schon da zeichnete sich ab, dass es sich der ehemalige Hollywoodstar so einfach nicht würde machen können. Erst im vergangenen Jahr hatte er sich gegen einen Gesetzentwurf gestellt, der ein Verbot von Aufbaupräparaten für junge Sportler an kalifornischen Schulen durchsetzen wollte. Der Gouverneur begründete seine Haltung damit, dass er selbst Zusatzstoffe nehme und schon immer eine Kontrolle durch den Gesetzgeber abgelehnt habe. Die beiden Fitness-Hefte verdanken einen Teil ihrer Werbeeinnahmen den Anzeigen für solche leistungssteigernden Präparate. Promt schlugen die Kritiker des Republikaners Alarm: Als Mitarbeiter der Fitness-Magazine, die mit Anzeigen für Aufbaupräparate Millionensummen einstreichen, sei der Gouverneur nicht neutral.

Schwarzenegger gab nun seinen überraschenden Rückzugs als bezahlter Fitness-Guru bekannt, verkündete aber fast trotzig, er werde weiter für Krafttraining die Werbetrommel rühren. Das habe er schon sein ganzes Leben lang getan. Einen Hehl hat Schwarzenegger nie aus seiner Nebentätigkeit gemacht. Schon vor einem Jahr gab er bei einem Bodybuilding-Sportwettbewerb im US-Staat Ohio seinen Beraterjob bekannt. Den Vertrag als Magazin-Berater hatte der frühere Action-Filmstar zwei Tage vor seiner Vereidigung im November 2003 unterzeichnet. Um Steuergelder zu sparen, verzichtet Schwarzenegger auf das jährliche Gouverneursgehalt in Höhe von 175 000 Dollar.

Die Berateraffäre dürfte die Wählergunst für Schwarzenegger weiter schmälern. Während der vergangenen Monate ist das Ansehen des ehemaligen Hollywoodstars bei den Wählern in Kalifornien deutlich gesunken. Eine Umfrage im Juni ergab, dass nur noch 37 Prozent der Befragten ihrem Gouverneur gute Noten geben. Ein Jahr zuvor waren noch über 60 Prozent der Wähler mit der Arbeit Schwarzeneggers in der kalifornischen Hauptstadt Sacramento zufrieden. In Amerikas bevölkerungsreichsten Bundesstaat hat es sich der Gouverneur mit vielen Gruppen verscherzt: Krankenschwestern protestieren gegen geplante Kürzungen, die Lehrergewerkschaft wehrt sich gegen seine Pläne, Lehrer nach Leistung zu entlohnen. Polizisten und Feuerwehrleute wettern gegen angekündigte Einsparungen. Im November steht ihm nun ein wichtiger Test bevor. Dann will er das Volk über strittige Fragen entscheiden lassen. Der Republikaner hatte das von Demokraten dominierte Parlament vergeblich aufgefordert, drei ihm am Herzen liegende Gesetze zu verabschieden.

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